Melatonin für besseren Schlaf und gegen Jetlag – Wirkung, Einnahme & Dosierung

MelatoninMelatonin ist ein Botenstoff, Schlafhormon und ein wirkungsvolles Antioxidans.

Es ist lebensnotwendig für den menschlichen Organismus, da es Bestandteil eines ausgeklügelten Systems ist, dem sogenannten 24h Circadianen Rhythmus. Dieser ist dafür zuständig, die Hormone, den Stoffwechsel sowie die Körpertemperatur tageszeitabhängig zu steuern.

Melatonin wird vor allem gegen Jet-Lag und Schlafstörungen eingesetzt, da es maßgeblich für einen gesunden Schlaf sorgt. Daneben wirkt es antioxidantisch, reguliert das Immunsystem sowie den Stoffwechsel und unterdrückt die Tumorbildung.

Wirkung

Das wichtigste in Kürze.

  • Melatonin ist das körpereigene Schlafhormon und fungiert nebenbei als Botenstoff und Antioxidans.
  • Melatonin wird abends von der Zirbeldrüse produziert. In der Nacht erreicht es seine höchste Konzentration im menschlichen Körper.
  • Nächtliche Beleuchtungen (Handy, Tablet, TV) führen zu einer Reduzierung des Melatoningehaltes im Körper.
  • Es ist für die Synchronisation des 24-h Zirkadianen Rhythmus verantwortlich.
  • Die Produktion von Melatonin nimmt mit steigendem Alter signifikant ab. Etwa 40 % aller Senioren können schlecht Ein- oder Durchschlafen.
  • 1-2 mg Melatonin können die Einschlafzeit verkürzen und für eine längere und verbesserte Schlafdauer sorgen.
  • Melatonin wird auch gegen Jetlag eingenommen.
  • Im Körper aktiviert Melatonin entgiftende und zelleigene antioxidative Enzyme.
  • Melatonin unterstützt die Funktion der Mitochondrien, die Zellreinigung und ist an der DNA-Reparatur beteiligt.

Einnahme und Dosierung

  • Melatonin wird leicht von jedem Gewebe aufgenommen, jedoch eher schlecht vom Darm resorbiert.
  • Nach ca. 50 Minuten ist der höchste Konzentrationsanstieg erreicht. Melatonin wird aber auch recht schnell wieder vom Körper abgebaut.
  • Für Menschen, die unter bedingten Schlafstörungen leiden, die im Zusammenhang mit dem Bio-Rhythmus stehen, empfiehlt sich eine orale Einzeldosis von 0,5-5 mg vor dem Schlafengehen. Die tägliche Dosis sollte 1 bis 3 Monate lang verabreicht werden.
  • Bei dem verzögerten Schlafphasensyndrom wird zu 0,3-6 mg Melatonin geraten. Die orale Aufnahme sollte täglich vor dem Zubettgehen stattfinden und über 2 Wochen bis 3 Monate aufrechterhalten werden.
  • Bei einem Jetlag werden üblicherweise 0,5-5 mg vor dem Schlafengehen empfohlen. Alternativ können 1-5 mg Melatonin 1 Stunde vor dem Zubettgehen aufgenommen werden und das 2 Tage lang vor dem Abflug sowie 2-3 Tage lang nach der Ankunft am Reiseziel.
  • Achtung! Es sollte die kleinste effektive Dosis eingenommen werden, da der Körper die Produktion des Hormons einstellt, wenn es dauerhaft in hohen Dosen von außen zugeführt wird.
  • Da es sich um ein Schlafhormon handelt, sollte es niemals tagsüber eingenommen werden.
  • Melatonin kann kombiniert werden mit Vitamin D, Magnesium und Zink.

Melatonin lindert das subjektive Jetlag-Empfinden ab einer Dosis von 0,5 mg. Darüber hinaus ist es dazu fähig, die Einschlafzeit zu verkürzen, sofern mindestens 1 mg verzehrt wird, so die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

 

Melatonin und der Circadiane Rhythmus

Der Circadiane Rhythmus steuert im menschlichen und tierischen Organismus zahlreiche Körperfunktionen in Abhängigkeit von der Tageszeit. Dazu zählt die Ausschüttung von Hormonen, eine angepasste Körpertemperatur sowie Stoffwechsel und Blutdruck. Auch die Nahrungsverdauung richtet sich nach dem Circadianen Rhythmus.

Dabei spielt das Tageslicht eine entscheidende Rolle. Über spezielle Fotorezeptoren nimmt das Auge Eindrücke auf und leitet sie an den Suprachiasmatischen Kern, der im Übrigen als der Taktgeber der inneren Uhr gilt, weiter. Mit diesem Prozess wird der Großteil der Zellen – angelehnt an die Tageszeit – synchronisiert.

Funktioniert die innere Uhr einwandfrei, trägt das zur Gesundheit, ausreichend Schlaf, Wohlbefinden sowie gesteigerter Leistung und Wachsamkeit bei. Störungen hingegen sind ein Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen, zu denen Depressionen, Schlafstörungen und Krebs zählen.1)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4456861/

Innerhalb von Städten sind Menschen häufig rund um die Uhr Lichtsmog ausgesetzt. Dazu tragen auch Smartphones und Tablets bei, die abends verwendet, die Melatoninausschüttung hemmen sowie die Synchronisation stören können. Studien zufolge verfügen Schichtarbeiter, die nachts Lichtquellen ausgesetzt werden, über ein höheres Risiko an Krebs und Diabetes zu erkranken. Auch Herzerkrankungen sind somit wahrscheinlicher.2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/257944543)https://oem.bmj.com/content/72/1/72.long4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26144940

Gerade bei älteren Menschen wird eine zunehmende Störung des Circadianen Rhythmus beobachtet. Das kann sich unter anderem auch in einem gestörten Körpertemperaturmuster zeigen. Mit einer Gabe von 1,5 mg Melatonin über zwei Wochen hinweg konnte das Körpertemperaturmuster denen von jüngeren Menschen angeglichen werden.5)https://www.researchgate.net/publication/7028960_The_Circadian_Body_Temperature_Rhythm_in_the_Elderly_Effect_of_Single_Daily_Melatonin_Dosing

Hilfe bei Schlafstörungen und Jetlag

Laut Umfragen leiden bis zu 40% der über 65-jährigen Menschen unter Einschlafproblemen und Schlafunterbrechungen. 12-25% klagen über eine andauernde Schlaflosigkeit.6)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2842167/

Schlafstörungen sind in der Lage, sich entscheidend auf die Lebensqualität, die Leistung und das Wohlbefinden auszuwirken. Deshalb nehmen Betroffene häufig Benzodiazepine als Schlafmittel ein. Diese bergen jedoch das Risiko einer Abhängigkeit und wirken sich negativ auf den Tiefschlaf und den REM-Schlaf aus. Eine ausreichende Erholung, Speicherung und Verarbeitung von Informationen sowie das Erlernen neuer Inhalte kann dadurch beeinträchtigt werden.7)http://flipper.diff.org/app/items/info/5332

Melatonin bei gestörtem Nachtschlaf

Im Rahmen einer Metaanalyse wurden 2013 die Ergebnisse von 19 doppelblind, placebokontrollierten klinischen Studien analysiert. Dazu zählten insgesamt 1683 Teilnehmer, die unter Schlafstörungen litten und mit Melatonin behandelt wurden.8)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3656905/

Am häufigsten wurden dabei 2-5 mg Melatonin vor dem Schlafengehen verabreicht. Die Autoren gaben bekannt, dass das Melatonin die Einschlafzeit im Durchschnitt um 7-10 Minuten verkürzte. Untersuchungen, in denen das Schlafhormon über längere Zeit verabreicht wurde, verbuchten noch bessere Ergebnisse. Benzodiazepine wirkten zwar noch effektiver, waren aber mit mehr potentiellen Nebenwirkungen verbunden.9)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2219774/

Die Schlafzeit wurde durch Melatonin nur leicht verlängert, und zwar um 8 Minuten. Zudem verbesserte sich die Schlafqualität deutlich, wobei eine längere Anwendungsdauer oder eine höhere Dosierung keinen Unterschied hervorrief.

Melatonin und Jetlag

Nach Langstreckenflügen in andere Zeitzonen kann es zu Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit, eine Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Appetitlosigkeit kommen. Diese Symptome bessern sich nach wenigen Tagen. Der Circadiane Rhythmus benötigt jedoch länger, um sich an die neue Zeitzone zu gewöhnen. Der Körper braucht in der Regel ein bis 2 Wochen, um die durcheinandergewirbelten Hormone und die Körpertemperatur wieder in den Griff zu bekommen. Dieses Phänomen wird als Jetlag bezeichnet.

Melatonin und sein Einfluss auf den Jetlag wurde in insgesamt 7 qualitativen, placebokontrollierten, randomisierten klinischen Studien untersucht.10)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4273450/

Ergebnis: Die Wissenschaftler konnten in 6 von 7 Studien einen positiven Einfluss von Melatonin auf die Regulation des gestörten Schlafrhythmus nachweisen.11)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1147190712)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9844753

FOLKARD JAMAJEVMJAMMS. Some effects of jet-lag and their alleviation by melatonin. Ergonomics. 1987:1379-93. PubMed PMID:13)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/145762614)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1835985/pdf/bmj00223-0021.pdf15)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8513037

Melatonin bei Schlafstörungen, die durch Medikamente verursacht werden

Betablocker werden gegen Bluthochdruck eingenommen und unterdrücken die nächtliche Melatoninausschüttung. Dadurch kann es zu Schlafstörungen kommen. Im Rahmen einer doppelblind placebokontrollierten klinischen Studie wurde Patienten, die Atenolol oder Metoprolol regelmäßig einnahmen, Melatonin verabreicht. Über 3 Wochen hinweg mit einer Dosis von 2,5 mg, jeweils vor dem Schlafengehen. Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass sich die Schlafqualität verbesserte und die Wirkung noch einige Zeit nach Abschluss der Behandlung anhielt.16)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3443766/

Antioxidative Wirkung

Melatonin kann Membranen durchqueren und besitzt die Fähigkeit, sich in Zellen oder Zellbereichen einzulagern. Die Konzentration des Schlafhormons innerhalb von Mitochondrien und der Hirn- Rückenmarksflüssigkeit ist wesentlich höher, als die Menge im Blut.17)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2188455118)http://press.endocrine.org/doi/10.1210/endo.140.10.7074?url_ver=Z39.88-2003&rfr_id=ori%3Arid%3Acrossref.org&rfr_dat=cr_pub%3Dpubmed&

Mitochondrien produzieren reaktive Sauerstoffspezies (ROS). Freie Radikale sind wichtig für die Immunabwehr und fungieren als Botenstoffe. Gleichzeitig können sie jedoch für direkte Schäden an Zellbestandteilen verantwortlich gemacht werden. Schädliche freie Radikale werden mit dem Zelltod und der Krebsentstehung in Verbindung gebracht.

Melatonin gilt als wahrer Radikalfänger. Mithilfe eines Transfers von Elektronen, Wasserstoffatomen und durch eine direkte Verbindung mit dem Molekül der reaktiven Substanz ist Melatonin in der Lage, freie Radikale zu entschärfen.19)https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1600-079X.2011.00916.x

Aber Melatonin wirkt auch indirekt antioxidativ, indem es das Nrf2 Protein aktiviert. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Mitspieler der zellulären Abwehr von freien Radikalen und Giftstoffen.20)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24810171

Es existieren zahlreiche klinische Studien, die das Schlafhormon und seine Wirkung auf den menschlichen Organismus untersuchen. Dazu gehört auch eine Studie an übergewichtigen Menschen, die an dem metabolischen Syndrom litten. Über 2 Monate hinweg wurde ihnen 5 mg Melatonin pro Tag verabreicht. Dabei konnte eine Reduktion von Lipidperoxiden und ein Anstieg des antioxidativen Enzyms Katalase beobachtet werden.21)https://www.researchgate.net/publication/49664817_Melatonin_treatment_improves_blood_pressure_lipid_profile_and_parameters_of_oxidative_stress_in_patients_with_metabolic_syndrome 

Oxidativer Stress spielt vermutlich auch eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von COPD (chronisch obstruktiver Lungenerkrankung). Im Rahmen einer doppelblind placebokontrollierten Studie erhielten Probanden mit COPD über drei Monate hinweg 3 mg Melatonin täglich. Dadurch reduzierten sich der oxidative Stress und die Anfälle von Atemnot. Jedoch verbesserte sich die Lungenfunktion nicht.22)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22507631

Krebserkrankungen

Die Krebsabwehr im Körper setzt entscheidend auf das Schlafhormon Melatonin. Es wirkt im gesunden Gewebe zellschützend, richtet sich jedoch aus derzeit ungeklärten Gründen gegen entartete Krebszellen. Durch verschiedene Mechanismen kann es der Entstehung und dem Fortschritt von Tumoren entgegenwirken, denn Melatonin:

  • beeinträchtigt die Zellvermehrung und löst den Zelltod bei einigen Krebszellen aus.
  • wirkt chronobiotisch, da es einen regulierenden Effekt auf die innere Uhr von Zellen ausübt.
  • verringert das Risiko für Metastasen.
  • verhindert die Bildung von Blutgefäßen, die den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Eine Metaanalyse widmete sich 10 randomisierten klinischen Studien mit insgesamt 643 Patienten mit Krebserkrankungen und der gleichzeitigen Gabe von Melatonin. Das Sterberisiko konnte im ersten Jahr durch die Melatoningabe um  34 % verringert werden.23)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16207291

Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung zeigte ähnliche Ergebnisse.24)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22271210

Zudem wird diskutiert, ob sich Melatonin als Zugabe bei einer onkologischen Strahlentherapie eignet. Womöglich könnte es gesunde Zellen während der Behandlung schützen und dem Zelltod vorbeugen, indem es freien Radikalen entgegenwirkt und die Strahlenschäden in entarteten Zellen verstärkt.25)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4037598/

Anti-Aging – Wirksam im Kampf gegen den Alterungsprozess?

Melatonin wird gerne auch als Anti-Aging-Präparat beworben. Zu den Anwendern gehören vor allem ältere Menschen, bei denen es zu einem spürbaren Rückgang der Melatoninproduktion kommt.

Es ist bekannt, dass folgende Aspekte im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess und den Circadianen Rhythmus (wovon Melatonin ein Bestandteil ist) eine Rolle spielen:

  • Antioxidative Wirkung:Es gilt als direktes und indirektes Antioxidans.
  • Immunsystem:Melatonin senkt laut Versuchen an Ratten das Level der entzündungsfördernden Botenstoffe. Zudem regeneriert es den alternden Thymus, welcher eine entscheidende Rolle bei der Heranreifung von T-Zellen spielt.26)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1857316127)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12880677
  • Mitochondrien:Melatonin wirkt protektiv auf Bestandteile der Mitochondrien und schützt sie vor Schäden durch freie Radikale.
  • Autophagie:Dabei handelt es sich um eine Reinigungsfunktion, um Zellen zu entsorgen bzw. sie zu verdauen. Melatonin regt die Reinigungsfunktion an und fördert die Vitalität der Zelle.
  • Nährstoffsensorik:Melatonin beeinflusst den Stoffwechsel entscheidend. Die Nährstoffsensorik steht im engen Zusammenhang mit dem Alterungsprozess und führt in Tierversuchen (bei einer geringeren Nahrungsaufnahme) zu einer längeren Lebensspanne.28)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4200827/

Auch Versuche an Tieren belegten den Einfluss von Melatonin auf den Alterungsprozess. Bei Mäusen verbesserte sich die Funktionalität der Mitochondrien und erhöhte den ATP-Level in den Gehirnen. Zudem steigerten sich die durchschnittliche sowie die maximale Lebensspanne der Versuchstiere.29)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1957303930)http://joe.endocrinology-journals.org/content/194/3/637.long

Interessant ist in dem Zusammenhang auch eine Verpflanzung der Zirbeldrüse, die einen entscheidenden Anteil an Melatonin produziert. Wurde eine Zirbeldrüse von jungen Mäusen in alte Versuchstiere verpflanzt, erhöhte sich die Lebensspanne der Mäuse um 42 %. Bei einer Transplantation von einer alten Zirbeldrüse in junge Mäuse reduzierte sich die Lebensspanne allerdings um 29%.31)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8010614

Melatonin bei Übergewicht und Diabetes

Im Rahmen von Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass die Gabe von Melatonin bei Jungtieren mit einer intakten Zirbeldrüse das Körpergewicht um 25 % langfristig verringerte. Zudem reduzierte sich die Größe des viszeralen Fettdepots um 50%.32)https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jpi.12137

Gerade das viszerale Fettgewebe, welche sich im Bauchraum um die Organe herum befindet, steht im Zusammenhang mit einer Gefäßverkalkung, hohen Entzündungswerten und einer Insulinresistenz.33)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18220642

Bei alten und fettleibigen Tieren konnte Melatonin das Körperfett und die intraabdominalen Fettreserven bis auf das Maß von Jungtieren reduzieren. Bereits nach 2 Wochen zeigte sich eine Verringerung des Körpergewichts. Zudem kam es zu Veränderungen der Schilddrüsenhormone und die nicht-nüchtern Insulinwerte und das Fettzellenhormon Leptin sanken.34)https://academic.oup.com/endo/article/140/2/1009/299086835)https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jpi.1213736)http://press.endocrine.org/doi/10.1210/endo.141.2.7311?url_ver=Z39.88-2003&rfr_id=ori:rid:crossref.org&rfr_dat=cr_pub%3dpubmed

Melatonin führt laut Untersuchungen zu einer Umwandlung des weißen Fettgewebes in braunes Fettgewebe. Letzteres stellt einen wichtigen Ort für die Thermogenese dar, mit der Kalorien verbrannt werden.37)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24007241

Ob Melatonin auch bei Menschen in der Lage ist, das Körperfett zu reduzieren, kann derzeit nicht eindeutig beantwortet werden. Es existieren zu dem Thema nur wenige klinische Studien. Melatonin kann jedoch nicht als Fatburner angesehen werden.

In einer kleinen doppelblind placebokontrollierten Studie wurden den übergewichtigen Teilnehmern, bei denen ein metabolisches Syndrom diagnostiziert wurde, jeden Abend 8 mg Melatonin verabreicht. Im Rahmen der Behandlung kam es zu einem reduzierten Bauchumfang und Gewicht. Aber die Studiengröße reicht nicht aus und die Werte sind statistisch nicht signifikant, als das die Ergebnisse einen eindeutigen Beweis darstellen könnten.38)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4416300/

Die medizinische Fachliteratur stellt eine Verbindung zwischen Melatonin und dem Glucosestoffwechsel sowie Diabetes her.39)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21112029

In Tierversuchen hemmte Melatonin zudem die Insulinausschüttung und verhinderte den altersbedingten Anstieg des Insulinspiegels, der im Übrigen auch zu einer erhöhten Insulinresistenz führen kann.40)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1222033041)https://www.researchgate.net/publication/259338741_Beneficial_effect_of_melatonin_treatment_on_age-related_insulin_resistance_and_on_the_development_of_type_2_diabetes

Darüber hinaus entfaltet Melatonin seine antioxidativen Schutzfunktionen bei insulinproduzierenden ß-Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Frauen mit einem von Natur aus niedrigen Melatoninspiegel haben ein doppelt so hohes Risiko an Diabetes 2 zu erkranken, als jene, die über die höchste Melatoninkonzentration verfügen.42)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3804914/

Eine epidemiologische Studie lieferte zudem Belege dafür, dass ein halbiertes Diabetesrisiko bei Frauen mit hohen Melatonin-Werten existiert.43)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3937598/

Klinische Studien, die den Effekt von Melatonin auf Diabetes 2 bei Menschen belegen, existieren jedoch nicht.

Melatonin und die Psyche

Melatonin ist auch im Hinblick auf die Psyche häufig Gegenstand wissenschaftlicher Studien.

Nicht selten kommt es bei Menschen mit Depressionen zu einem gestörten Schlaf- und Wachrhythmus. Darüber hinaus zeigen sie eine Beeinträchtigung von Körpertemperatur, Blutdruck, Cortisol Sekretion, Immunantwort, Bewegungsaktivität und kognitiver Leistung.44)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17917561

Patienten, die unter einer bipolaren oder unipolaren depressiven Erkrankung leiden, weisen eine gedrosselte Melatonin-Produktion und ein abnormales Melatonin-Ausschüttungsmuster auf.45)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/224388946)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16861139

Auch die Melatoninrezeptoren sind in einigen Bereichen des Gehirns beeinträchtigt.47)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23357659

Im Rahmen einer qualitativen Studie nahmen Probanden täglich 6 mg Melatonin nach einer Brustkrebsoperation ein. Die Testpersonen verfügten über ein vierfach geringeres Risiko, depressive Beschwerden zu entwickeln.48)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24756186

Zudem ist Melatonin in der Lage, die Begleiterscheinungen von Antipsychotika (Gewichtszunahme) zu verringern. Darauf deuten mehrere doppelblind placebokontrollierte Studien hin, in denen Melatonin die Zunahme an Körperfett, hervorgerufen durch entsprechende Medikamente, bedeutend verringerte.49)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2460729350)http://acta.tums.ac.ir/index.php/acta/article/view/4556/4640

Melatonin bei Angstzuständen und Unruhe

Midazolam ist ein Medikament, welches bei Ängsten und Unruhe vor einer Operation angewendet wird. Bei der Analyse von 12 klinischen Versuchen zeigte sich Melatonin als ebenso wirksam. Ob sich mit dem Schlafhormon auch Angstzustände nach dem chirurgischen Eingriff positiv beeinflussen lassen, ist unklar, da sich die Studienergebnisse widersprechen.51)http://cochranelibrary-wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009861.pub2/abstract

Wirkung auf das Immunsystem

Melatonin wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Es wird angenommen, dass es sich wie eine Art Puffer verhält und in Stresssituationen die Zellen vor freien Radikalen und einer übermäßig entzündlichen Reaktion schützt. Je nach vorliegender Situation kann es als Immunstimulator oder als Entzündungshemmer bezeichnet werden.52)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3645767/

In Tierversuchen wurde Ratten eine hohe Dosis Melatonin verabreicht. Melatonin erwies sich als neuroprotektiv und wirkte sich mindernd auf neurologischen Schäden durch das Bakterium Klebsiella  pneumoniae meningitis aus.53)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21062353

Studien an Menschen existieren hinsichtlich dieser Thematik bisher nicht.

Patienten, die an einer Tuberkulose leiden, weisen verringerte Melatoninwerte auf. Im Rahmen einer Untersuchung wurde Melatonin gemeinsam mit einem Tuberkulosemedikament verabreicht. Melatonin verstärkte die antibakterielle Wirkung des Medikaments um das Dreifache.54)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC89241/

Wirkung auf Bakterien und Viren

Im Rahmen einer Laborstudie ging eine antibakterielle Wirkung gegen multiresistente Keime von Melatonin aus, wenn es in Form von Präparaten eingenommen wurde.55)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18289175

Unter Umständen ist Melatonin auch in der Lage, die Folgen einer Blutvergiftung zu mindern. Durch eine Untersuchung an Neugeborenen, die an einer Sepsis litten, steigerte sich infolge der Melatoningabe die Überlebensrate.56)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2414016657)https://www.nature.com/articles/pr2001258

Melatonin ist jedoch nicht ausreichend untersucht, sodass keine klare Empfehlung bei einer lebensbedrohlichen Indikation wie einer Sepsis ausgesprochen werden kann.

In Tierversuchen zeigte sich, dass Melatonin bestimmte Viren im Gehirn und Blut reduzieren kann.58)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11565607

Jedoch können diese Studienergebnisse nicht automatisch auf den Menschen übertragen werden. Zunächst bedarf es klinischer Studien.

Kann sich Melatonin auf die Fruchtbarkeit auswirken?

In einigen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde Melatonin genutzt, um die Chancen auf eine Schwangerschaft bei der künstlichen Befruchtung zu steigern. Jedoch muss erwähnt werden, dass die Studien nur eine geringe Qualität und Methodik aufweisen. Im Rahmen einer Metaanalyse, die sich 5 klinischen Studien widmete, wird eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit um ein 21 % angegeben, sofern Melatonin verabreicht wurde. Die Autoren selbst können jedoch aufgrund der schwachen Datenlage derzeit keine Empfehlung für die Einnahme von Melatonin zu Erhöhung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit geben.59)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24182414

In einer weiteren Untersuchung nahmen Männer, die nur begrenzt zeugungsfähig waren, 90 Tage lang 3 mg Melatonin täglich ein. Ergebnis: Die Spermienqualität besserte sich und auch die antioxidative Kapazität in der Spermienflüssigkeit.60)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25187254

Melatonin bei Reizdarmsyndrom

Bei einem Reizdarmsyndrom klagen die Patienten über Schmerzen oder Unwohlsein im Bauchraum, einer verstärkten Darmbewegung und einem veränderten Stuhlgang. Bisher konnten keine organischen Ursachen belegt werden. Laut Schätzungen leiden in den westlichen Ländern 10-20 % der Bevölkerung an dem Reizdarmsyndrom.61)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19521341

Im Verdauungstrakt ist die Ausschüttung von Melatonin nicht an die Tageszeit gekoppelt, sondern wird durch die Aufnahme von Nahrung ausgelöst.62)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3949259/

Melatonin erfüllt wichtige Funktionen im Darmtrakt, da es seine Beweglichkeit steuert und antientzündlich sowie antioxidativ wirkt. Zudem könnte es die Schmerzempfindlichkeit innerhalb des Bauches beeinflussen.63)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3949259/

Wissenschaftler beurteilen Melatonin deshalb als sehr interessant für Patienten mit Reizdarmsyndrom. Es könnte die Bewegungen des Darmtraktes normalisieren und auch das Unwohlsein im Bauchraum beseitigen. Seine schlaffördernde Wirkung könnte Patienten dabei helfen Schlafstörungen zu beseitigen und gleichzeitig einen beruhigenden Effekt auszuüben, denn Patienten empfinden in Verbindung mit ihrer Erkrankung häufig starken psychologischen Stress.64)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3949259/

Bisher existieren nur wenige doppelblinde placebokontrollierte Studien, die den positiven Effekt von Melatonin auf das Reizdarmsyndrom belegen könnten. In einer Studie optimierte Melatonin zwar nicht die Schlafqualität oder die psychologischen Aspekte aber minderte die Bauchschmerzen und insgesamt die Schmerzempfindlichkeit innerhalb des Bauches.65)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1774717/

Menschen, die unter einem Reizdarmsyndrom und einer damit verbundenen Verstopfung litten, berichteten über positive Erfahrungen mit Melatonin. Laut einer Studie unterstützte Melatonin die Hälfte der Studienteilnehmer bei Verstopfungen, Bauchschmerzen und Völlegefühl. Die Substanz wurde über 6 Monate hinweg eingenommen.66)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23653274

In einer weiteren Untersuchung verbesserte sich die Lebensqualität bei 44 % der Probanden, wenn sie Melatonin einnahmen. In der Placebogruppe berichteten allerdings nur 15 % über eine Verbesserung.67)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17198061

Melatonin bei Tinnitus

Menschen mit einem Tinnitus nehmen Geräusche wahr, unabhängig von einer externen akustischen Stimulation. Je nach Schweregrad fühlen sich Betroffene stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und leiden unter psychischen und physischen Beeinträchtigungen. Auch Schlafstörungen sind häufig. Die Ohrgeräusche können beim Tinnitus einseitig oder beidseitig bestehen und auch außerhalb des Körpers wahrgenommen werden.

Immer wieder sind auch Nahrungsergänzungsmittel Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, wenn es darum geht, Patienten mit Tinnitus zu helfen. Darunter auch Melatonin.

Im Rahmen einer randomisierten placebokontrollierten klinischen Studie erhielten Probanden 3 mg Melatonin über einen Zeitraum von 30 Tagen. Bei allen Studienteilnehmern wurde ein Tinnitus diagnostiziert. Die Studie wurde als Cross-over durchgeführt. Das heißt, nach 30 Tagen erhielten die diejenigen Probanden, die zuvor das Placebo erhielten Melatonin und die andere Versuchsgruppe das Placebo. Mithilfe einer audiometrischen Messung wurden die Intensität und die Frequenz der Ohrgeräusche vor der Gabe des Melatonins analysiert. Dabei wurde das Ausmaß der Behinderung durch den Tinnitus dokumentiert. Bei 47% der Teilnehmer mit Schlafstörungen übte Melatonin einen positiven Effekt aus. Im Vergleich dazu minderten sich die Beschwerden in der Placebogruppe lediglich um 20 %. Melatonin zeigte sich als besonders effektiv bei Patienten, die auf beiden Ohren Geräusche wahrnahmen. Am besten zeigen sich die Ergebnisse bei Menschen, die eine starke Ausprägung eines Tinnitus aufwiesen, die in Verbindung mit Schlafstörungen auftrat.68)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9504599

Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung konzentrierte sich ebenfalls auf Probanden mit Tinnitus. Sie erhielten 3 mg Melatonin über einen Zeitraum von 30 Tagen. In 2 von 3 medizinischen Tinnitus-Tests wurde eine Verbesserung von 57 % angegeben, während das Placebo lediglich auf 24 % kam. Zudem trug es zu einer besseren Schlafqualität bei.69)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21859051

In einer anderen Studie gingen Forscher der Frage nach, ob die Kombination mit dem Medikament Sulpirid die Beschwerden von einen Tinnitus weiter reduzieren würde. Die Probanden der doppelblinden, placebokontrollierten Studie waren dazu angehalten, den Schweregrad des Tinnitus mithilfe einer Skala 0-10 zu klassifizieren. Unbehandelt gaben die Betroffenen einen durchschnittlichen Wert von 7,7 an. Mit Sulpirid reduzierte sich der Wert auf 6,3. Wurde lediglich Melatonin eingenommen, gaben die Patienten einen durchschnittlichen Wert von 6,5 an, während beide Wirkstoffe gemeinsam das beste Ergebnis mit einem Wert von 4,8 auf der Skala ermöglichten.70)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17942035

Auch wenn die Ergebnisse vielversprechend klingen, bedarf es weiterer klinischer Untersuchungen, um die Effektivität von Melatonin auf den Tinnitus zu belegen.

Nebenwirkung, Wechselwirkungen und Risiken

Melatonin war Gegenstand mehrerer Hunderter klinischer Studien. Dosen zwischen 0,3 mg bis zu 300 mg wurden eingesetzt, ohne dass negative Auswirkungen oder schwere Nebenwirkungen beobachtet werden konnten.71)http://www.if-pan.krakow.pl/pjp/pdf/2004/2_159.pdf

Melatonin ist Bestandteil des menschlichen Organismus und gilt daher als gut verträglich. Wird es von außen zugeführt, können jedoch bei sensiblen Personen folgende Beschwerden auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Magenverstimmung
  • Albträume

An dieser Stelle ist es jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass Melatonin nur vor dem Schlafengehen eingenommen werden darf. Wird das Schlafhormon tagsüber verabreicht, kann es sich negativ auf den Circadianen Rhythmus auswirken und schlimmstenfalls zu einer Desynchronisation der inneren Uhr führen. Damit verbunden ist eine verschlechterte Glukoseintoleranz und Insulinsensitivität. Das konnte auch im Rahmen einer Untersuchung festgestellt werden, bei der Melatonin morgens angenommen wurde.72)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11298086

Im amerikanischen Raum wurde Melatonin zeitweise auch als Antioxidans für tagsüber empfohlen. Davon ist in jedem Fall abzuraten, denn Melatonin kann tagsüber nicht nur müde machen, sondern auch die Reaktionszeiten beeinflussen. Diese unerwünschten Nebenwirkungen entfalten sich 3-4 Stunden nach der Einnahme und können sich beispielsweise als gefährlich bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder der Arbeitsumgebung erweisen. Als chronobiologisches Hormon ist Melatonin als Antioxidans für den Tag ungeeignet. Anwender sollten daher tagsüber zu Astaxanthin greifen, welches ein sehr effektives Antioxidans darstellt.

Aufgrund von Wechselwirkungen, wodurch sich eine abgeschwächte Wirkung der Primärpräparate zeigen oder die körpereigene Melatoninproduktion beeinflusst werden kann, sollte Melatonin nicht angenommen werden, wenn gleichzeitig folgende Substanzen auf dem Medikamentenplan stehen:

  • Blutverdünner
  • (Cortico-)Steroide und immunterdrückende Wirkstoffe (Corticosteroide (Hydrocortison, Dexamethason)
  • Blutdruckanheber (Methoxamin und Clonidin)
  • Blutdrucksenker (Calciumkanalblocker, ß-Blocker)
  • Nicht-steroidale Entzündungshemmer (zum Beispiel Ibuprofen)

Darüber hinaus sollten Patienten Rücksprache mit ihrem Arzt halten, sofern Sie folgende Präparate regelmäßig einnehmen müssen:

  • Antibabypille
  • Antidepressiva
  • Antipsychotische Medikamente
  • Medikamente gegen ADSH
  • Präparate gegen Diabetes
  • Antikoagulantien und Anti-Thrombozyten-Medikamente
  • Magensäurehemmer, wie Omeprazol
  • Beruhigende Substanzen

Bei diesen Präparaten ist eine Wechselwirkung nicht eindeutig nachgewiesen. Dazu stehen noch klinische Forschungen aus, weshalb eine Rücksprache empfohlen wird, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Melatonin kaufen

Melatonin wird in folgenden Darreichungsformen angeboten:

  • Tabletten
  • Lutschtabletten
  • Kapseln
  • Tropfen

Melatonin ist in Dosierungen von bis zu 1 Gramm rezeptfrei erhältlich und kann mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln dem Körper zugeführt werden. Melatonin ist in allen Darreichungsformen gleichermaßen wirksam. Die überwiegende Anzahl von Nutzern bevorzugen allerdings Tabletten oder Kapseln, da sie einfach in ihrer Dosierung und Handhabung sind. Der Trend geht aber eindeutig in Richtung Melatonin Lutschtabletten, da sie rasch ihre Wirkung entfalten und sehr gut verträglich sind. Auch Experten empfehlen die Variante zum lutschen, da so die maximale Aufnahme im Körper erreicht werden kann, womit sich auch die Wirkung steigert. Die Lutschtabletten werden einfach auf die Zunge gelegt, dadurch werden die Wirkstoffe durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Damit gelingt das Melatonin direkt in den Blutkreislauf und wird nicht teilweise in der Leber deaktiviert.

Auch bei einem Melatoninpräparat muss auf die Qualität vor dem Kauf geachtet werden, denn einige Produkte enthalten unnötige Zusatzstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel oder Tablettierungshilfsmittel. Diese können die Verträglichkeit beim Anwender beeinträchtigen. Daher gilt: Ein Präparat mit so wenig Inhaltsstoffen wie möglich bevorzugen, damit die Verträglichkeit sichergestellt wird und keine Allergien oder Nebenwirkungen auftreten.

Höherdosiertes Melatonin (2 oder 3 mg) ohne Rezept kaufen

Bei der holländischen Versandapotheke Dokteronline kann man Melatonin Produkte mit 2 oder 3 mg Wirkstoff ohne Rezept vom Hausarzt kaufen. Hierfür wird ein Online Rezept (nach ausfüllen eines Online-Frgabogens) ausgestellt. Dieses Vorgehen ist legal nach europäischem Recht.

www.dokteronline.com/melatonin

Melatonin Spray kaufen

Hier finden Sie eine Übersicht von empfehlenswerten Melatonin Sprays.

Für wen eignet sich Melatonin?

Menschen mit folgenden Voraussetzungen oder situationsbedingten Problemen können von einer Einnahme profitieren:

  • Melatoninmangel
  • Schlafstörungen und Schlaflosigkeit
  • Durchschlafstörungen sowie leichter Schlaf
  • Schlafstörungen, die durch Medikamente verursacht werden.
  • Jetlag
  • Narkolepsie
  • Stimmungsschwankungen, die durch einen ungeregelten Schlaf-Wach-Rhythmus entstehen.
  • Jahreszeitlich bedingte Depressionen
  • Vorzeitiger Hautalterung
  • Zur vorbeugenden Wirkung bei Magengeschwüren
  • Sehbehinderungen, infolge einer nicht ausreichenden Melatoninausschüttung

Hier finden Sie weitere Supplements für besseren Schlaf.

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