Maca Wurzel Pulver & Kapseln: Wirkung, Dosierung, Anwendung & Einnahme – Studien & Tests

Maca ist ein Superfood, das bereits zu Zeiten der Inka zum Einsatz kam.

Heute wird die Superknolle als natürliches Aphrodisiakum verwendet und unterstützt Menschen bei Potenzproblemen und Libidomangel.

Auch bei ungewollter Kinderlosigkeit wird die Knolle empfohlen. Zudem kann Maca dabei helfen, die Beschwerden der Wechseljahre zu lindern.

Dem Erbe der Inka wird auch nachgesagt, dass es den Körper und Geist belebt. Deshalb nehmen Menschen, die ihre sportliche Leistung oder Kopfarbeit verbessern möchten, regelmäßig Maca ein.

Maca – das knollige Erbe der Inka

Die wichtigsten Fakten

  • Es gibt rotes, gelbes und schwarzes Maca. Mit dem unterschiedlichen Aussehen sind auch verschiedene biochemische Zusammensetzungen und Wirkungen auf den Körper verbunden.
  • Maca kann bei sexueller Dysfunktion unterstützend wirken und regt die Libido an.
  • In einer herstellergeförderten Studie wirkte sich Maca positiv auf das Körpergewicht, die Knochendichte und die Wechseljahresbeschwerden aus.
  • In Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass Maca sowohl die Spermienproduktion als auch Spermienqualität steigerte.
  • Die Superknolle reduzierte in Laborversuchen an Tieren das Prostatawachstum, welches durch Testosteron ausgelöst wurde. Maca zeigte sich ähnlich wirksam wie das Medikament Finasterid.
  • Maca benötigt in vielen Fällen eine längere Anlaufzeit von etwa 6 Wochen, bis sich erste positive Veränderungen einstellen.
  • Die rote Form von Maca weist Glucosinolate auf, die mit einer Antitumorwirkung in Verbindung gebracht werden. Die gesunden Inhaltsstoffe befinden sich auch in Brokkoli oder Kohlsorten.

Einnahme und Dosierung

  • In wissenschaftlichen Studien wurden in der Regel 3 g Maca täglich eingesetzt.
  • Maca sollte über den Tag verteilt zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Erst nach mehreren Wochen können erste Ergebnisse durch die Einnahme erwartet werden.
  • Maca kann mit Ginseng, Astaxanthin und L-Carnitin kombiniert werden.
  • Die Superknolle gilt als sicheres Nahrungsergänzungspräparat. Nebenwirkungen konnten in Studien nicht nachgewiesen werden.
  • Interessierte sollten Macaprodukte kaufen, die traditionell hergestellt werden, denn nur sie enthalten genug von den gesundheitsfördernden Macamiden.

Was ist Maca?

Maca wird auch als der „peruanische Ginseng“ bezeichnet und ähnelt einem überdimensionierten Radieschen. Die kleine Knollenpflanze besitzt eine lange Geschichte und wird bereits seit 3000 Jahren kultiviert. Auch wenn Maca auf eine lange Tradition zurückblickt und bereits von den Inkas genutzt wurde, war sie Anfang der Achtzigerjahre vor dem Aussterben bedroht.

Nur durch gezielte Rekultivierungsmaßnahmen gelang es, das Superfood zu erhalten. Heute wird sie gezüchtet, damit Menschen von den positiven Vorzügen von Maca profitieren können. Im Mittelpunkt der Nutzung steht die Knolle, die gekocht, püriert, getrocknet oder auch roh verzehrt werden kann.

Die Heimat der Maca Pflanze

Das peruanische Kressegewächs Maca wird der Kreuzblütlerfamilie zugeordnet. Die Pflanze wächst besonders gern auf den Anden in einer Höhe von über 4000 Metern. Maca hat eine besondere Eigenschaft: Sie ist sehr robust. So trotzt die Knollenpflanze Kälte, UV-Strahlung und Wind. Dabei handelt es sich um Umwelteinflüsse, die in dieser Höhe typisch sind. Übrigens haben nicht nur die Inka Gefallen an der stärkenden Knolle gefunden, auch die Spanier waren von der Wirkung überzeugt und exportierten das Gut in großen Mengen in ihr Heimatland.

Schwarz, Gelb oder Rot – was ist die beste Farbe bei Maca?

Es gibt verschiedene Typen von Maca, die sich sowohl in ihrer Farbe als auch ihrer biochemischen Zusammensetzung unterscheiden. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass das schwarze und gelbe Maca die Spermatogenese und die Gedächtnisleistung anregt. Die rote Version der Knolle wurde in Verbindung mit einer gutartigen Prostatavergrößerung als hilfreich bewertet. Von Maca gehen aber noch mehr Wirkungsweisen aus, die jedoch nicht mit der Art der Knolle zusammenhängen. So können Menschen mit fehlender Libido scheinbar von allen Sorten profitieren.

Maca ist eine echte Vitalstoffbombe

Maca enthält zahlreiche Vital- und Nährstoffe, die für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen wichtig sind. So enthält die Knolle Fettsäuren, Eiweiß, Kohlenhydrate und über 30 Spurenelemente und Mineralstoffe. Darüber hinaus ist Maca ein guter Eisenlieferant und stellt dem Körper Phosphor, Schwefel, Zink, Jod und Mangan zur Verfügung. Mit 250 mg Kalzium pro 100 g Macapulver ist die Knolle unbestritten eine hervorragende Kalziumquelle. Mit dem Verzehr der Knolle können beinahe alle Vitamine aufgenommen werden und dazu Enzyme und lebensnotwendige Aminosäuren. Besonders interessant sind die Inhaltsstoffe Senfölglykoside, Macaene und Macamide, von denen das herausragende Wirkspektrum der Knolle ausgehen soll.

100 Gramm Maca in Form von Trockenmasse enthält folgende Inhaltsstoffe:

  • 60 – 75 g Kohlenhydrate
  • 10-14 g Eiweiß
  • 3 g Fett
  • 5-8 g Ballaststoffe
  • 2 g Kalium
  • 15 mg Eisen
  • 4 mg Zink
  • 0,5 mg Jod
  • 0,25 g Calcium

Mit dieser Zusammensetzung liefert die Knolle dem Körper viel Energie und eignet sich für eine ausgewogene Ernährung. Zudem enthält die Knolle viel Eiweiß, was sie bei Veganern und Vegetariern so beliebt macht. Übrigens: Das große Anwendungsspektrum wird den enthaltenen „Macamiden“ zugesprochen. Dabei handelt es sich um gelöste Fettsäuren, die eine positive Wirkung auf die Hormone ausüben sollen.

Wirkung

Maca soll im Körper verschiedene Wirkungen hervorrufen, die im Folgenden erläutert werden.

Libido steigern – Aphrodisierende Wirkung

Besonders häufig wird Maca für Menschen mit erektiler Dysfunktion und sexueller Unlust empfohlen. Wissenschaftler versuchten die möglichen Wirkungsweisen mit Studien zu belegen. Zwar wurden mehrere doppelblinde placebokontrollierte Studien mit der Knolle durchgeführt, aber nicht alle berücksichtigten optimale Studienvoraussetzungen, was das Ergebnis womöglich verfälschen könnte. Gegenstand der Studien waren sowohl gesunde Probanden, als auch jene, die eine sexuelle Dysfunktion aufgrund von Medikamenteneinnahmen besaßen. Hierbei können insbesondere Antidepressiva und SSRI erwähnt werden.

In Tierstudien konnten Forscher beobachten, dass die Herstellung der Sexualhormone Östrogen und Testosteron durch die Gabe von Maca angeregt wurde. Diese Wirkung konnte jedoch in menschlichen Experimenten nicht nachvollzogen werden. Bei Männern scheint die Wirkung auf die empfundene Lust nicht von einer Veränderung des Hormonstatus abhängig zu sein. Ob das bei Frauen auch der Fall ist, darüber sind sich Experten noch nicht einig.1)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12472620

Eine Studie aus dem Jahr 2015 berücksichtigte Frauen, die infolge einer Einnahme von Serotoninwiederaufnahmehemmern unter sexueller Unlust litten. Sie bekamen über 2 Wochen hinweg täglich 3 g Maca verabreicht. Mit speziellen medizinischen Interviewbögen (ASEX und MGH-SFQ) wurde der Frage auf den Grund gegangen, wie ausgeprägt die sexuelle Dysfunktion vor und während der Einnahme von Maca war. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe zeigte sich, dass im Durchschnitt 50 % mehr Frauen eine Verbesserung ihrer sexuellen Unlust herbeiführen konnten. Hier konnten die Forscher allerdings feststellen, dass die Libido eng mit dem Testosteronanstieg verknüpft war.2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4411442/

Auch wenn Testosteron vor allem mit Männern in Verbindung gebracht wird, auch Frauen produzieren das Geschlechtshormon in geringen Mengen. Mit zunehmendem Lebensalter wird die körpereigene Herstellung weiter zurückgeschraubt.

Übrigens: Eine andere Studie untersuchte die Wirkung von Maca auf Frauen, die die Wechseljahre bereits durchlebt hatten. Dort konnte keine Stimulierung der Testosteronwirkung oder entsprechender Hormone beobachtet werden.

Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung brachte hervor, dass 1,5 g Maca Pulver täglich sich libidosteigernd und 3 g aphrodisierend auf den weiblichen Körper auswirken kann.3)https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1755-5949.2008.00052.x

Eine natürliche Alternative zu Viagra und anderen Potenzmitteln?

Viagra ist insbesondere bei Männern mit sexuellen Problemen beliebt. Die Einnahme kann jedoch mit Nebenwirkungen wie Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen und Hautrötungen einhergehen. Maca führte hingegen in klinischen Versuchen zu keinen unerwünschten Begleiterscheinungen. Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass die Superknolle eine natürliche Alternative zu Viagra sein kann.

So wurde in einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie in Peru festgestellt, dass Maca sich aphrodisierend auswirken kann. Zu den Probanden zählten Männer zwischen 21 und 56 Jahren. Eingeteilt in Versuchsgruppen erhielten sie entweder 1,5 g Maca, 3 g Maca oder ein entsprechendes Placebo. Nach einem Einnahmeintervall von 8 Wochen konnten die Forscher beobachten, dass sich die Superknolle zwar nicht auf den Östradiol- oder Testosteronspiegel ausgewirkt hatte, aber die Libido positiv beeinflusste. Die klassische Medizin setzt auf das Hormon Testosteron, um Männern zu mehr Libido und Potenz zu verhelfen. Als unerwünschte Nebenwirkung kann sich jedoch die Prostata verändern. Maca scheint den Testosteronspiegel nicht zu beeinflussen und sich daher wahrscheinlich auch nicht negativ auf die Prostata auszuwirken.

Übrigens: Die Anwender gaben an, dass sie neben der Libido auch über mehr Energie verfügten und sich allgemein gesünder und leistungsfähiger fühlten.4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12472620

In einer weiteren klinischen Untersuchung wurden 50 Probanden mit einer milden erektilen Dysfunktion untersucht. Die Studienteilnehmer waren durchschnittlich 36 Jahre alt und erhielten 2400 mg Maca über 12 Wochen hinweg. Eine Placebokontrolle wurde als Vergleichsgruppe herangezogen. Bei der Maca-Gruppe verbesserte sich sowohl die Erektionsfähigkeit als auch das sexuelle Wohlgefühl.5)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19260845

Auch hierbei zeigt sich, dass Maca eine längere Vorlaufzeit von mehr als 4 Wochen braucht, um das Wirkungsspektrum voll entfalten zu können. Bei der letzten Studie bleibt allerdings unklar, ob sich die Dosierung auch bei älteren Männern mit ausgeprägteren Beschwerden so deutlich gezeigt hätte.

Unfruchtbarkeit behandeln

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für Paare in der Regel sehr belastend. Es gibt verschiedene Medikamente, die zum Einsatz kommen können, um trotz Unfruchtbarkeit Nachwuchs zu zeugen. Auch Maca wurde als natürliches Mittel auf seine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung untersucht. In Studien an Tieren war die Knolle in der Lage, die Spermatogenese, die Spermaqualität und die Spermienanzahl bei Ratten, Mäusen, Stieren und Böcken zu optimieren.6)https://www.fertstert.org/article/S0015-0282(07)01020-5/fulltext7)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/204520088)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23489070

Die positive Wirkung auf die Fruchtbarkeit konnte insbesondere bei gelbem und schwarzem Maca beobachtet werden.9)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17683465

Ein Versuch an 9 gesunden Männern zeigte keine Veränderungen der Hormonwerte, jedoch einen Anstieg des Spermavolumens und der Spermienkonzentration um 35 %. Auch die Spermienanzahl wurde in dem Behandlungszeitraum von 4 Monaten um 84 % angehoben, genauso wie die Anzahl der beweglichen Samenzellen (um 105 %). Bei dem wissenschaftlichen Versuch wurde den Männern 1500 oder 3000 mg Maca täglich verabreicht.10)http://www.asiaandro.com/archive/1008-682X/3/301.htm

In einem weiteren Versuch wurden Studienteilnehmer miteinbezogen, die eine Unfruchtbarkeit diagnostiziert bekommen hatten. Auch sie erhielten Maca und konnten von einer Steigerung der beweglichen Spermien um 10 % und von einer 12-prozentigen Verbesserung der Erscheinungsform der Spermien profitieren. Eine höhere Spermienkonzentration konnte in dem Untersuchungszeitraum von 12 Wochen jedoch nicht beobachtet werden.

In einer doppelblind placebokontrollierten Untersuchungsumgebung wurde Maca mit L-Carnitin verglichen. Gegenstand des Versuchs waren Männern mit der Diagnose Unfruchtbarkeit. Interessanterweise förderte Maca die Beweglichkeit der Spermien und L-Carnitin die Anzahl.

Fazit: Die Studienlage in Bezug auf den Menschen stellt sich noch sehr begrenzt dar. Zum einen nahmen nicht viele Probanden teil und zum anderen wurden bei einigen Untersuchungen keine Kontrollgruppen mit der Verabreichung eines Placebos angelegt. Daher ist davon auszugehen, dass Maca bestenfalls eine leichte Verbesserung der Fruchtbarkeit erreichen kann. Hierbei ist die langfristige Einnahme mindestens 6 Wochen wichtig, um Veränderungen beobachten zu können.

Beschwerden in den Wechseljahren lindern

Die Wechseljahre, auch Menopause genannt, sind für viele Frauen sehr beschwerlich, da eine Vielzahl von Beschwerden auftreten können. Dazu gehören Müdigkeit, Reizzustände, Hitzewallungen und Schweißausbrüche sowie Zwischenblutungen. In dieser Zeit informieren sich viele Frauen über eine Hormontherapie oder über Naturprodukte, um ihre Beschwerden zu lindern. Womöglich könnte auch Maca dabei helfen, die Symptome der Wechseljahre zu bekämpfen. Um das wissenschaftlich zu belegen, führten Forscher klinische Versuche an Probandinnen durch, die sich mitten in der Menopause oder in der frühen oder späten Postmenopause befanden.

Besonders häufig wird eine Studie aus Australien angeführt, an der über 160 Frauen teilnahmen, die sich in der frühen Postmenopause befanden. Sie nahmen über einen Zeitraum von 4 Monaten 2 g Maca in Pulverform täglich ein. Bevor die Studie startete, wurden bestimmte Parameter bei den weiblichen Studienteilnehmern überprüft. Dabei zeigte sich, dass sie niedrige Estradiol und erhöhte FSH Werte hatten, die im Übrigen kennzeichnend für die Wechseljahre sind. Interessanterweise konnten die Forscher beobachten, dass die Knolle die Produktion von Estradiol stimulierte und zeitgleich die FSH Werte hemmte. Als Nebeneffekt führte die Einnahme zu einer Steigerung des HDL-Cholesterins (gutes Cholesterin). Die Frauen gaben den Forscher mit Fragebögen eine Einschätzung zu ihrem Wohlbefinden. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Schwere der Symptome (Schweißausbrüche und Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, nervöse Zustände, gestörter Schlaf, Müdigkeit und mangelnde Libido) verbesserten. Insgesamt optimierte sich der sogenannte KMI Index, der die Schwere der postmenopausalen Beschwerden ausdrückt, durch die Einnahme, von 22 auf 10 Punkte.11)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614647/

In einer Studie mit weniger Teilnehmerinnen wurde untersucht, wie sich Maca auf die Beschwerden in den frühen Wechseljahren auswirkt. Auch hier konnten ähnliche Beobachtungen gemacht werden. Der Estradiol-Wert stieg an und der FSH-Wert zeigte sich gehemmt. Maca war zudem offensichtlich in der Lage, das Stresshormon Cortisol und das Schilddrüsenhormon T3 zu reduzieren. Auch eine Verringerung des Körperfettes, untersucht anhand des Body Mass Index, konnte festgehalten werden. Zwar kommt auch eine Hormonersatztherapie häufig bei Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz, diese führt aber häufig zu einer Zunahme an Körpergewicht. Daher könnte auch hier Maca interessant für Frauen mit Beschwerden in der Menopause sein. Als Nebeneffekt konnte auch eine Zunahme der Knochendichte bei den Studienteilnehmerinnen gemessen werden. Dieser Umstand wurde übrigens zuvor auch in Tierversuchen beobachtet. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die peruanische Knolle nicht nur die Häufigkeit und Intensität von postmenopausalen Beschwerden positiv beeinflusst, sondern sich auch ausgleichend auf die hormonelle Zusammensetzung auswirken kann.12)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614644/

Bei den oben genannten Studien muss jedoch erwähnt werden, dass die Untersuchungen von einem Unternehmen gesponsert wurden, welches Maca Produkte herstellt. Bei einer solchen Konstellation sollten die Ergebnisse besonders kritisch beäugt werden, was natürlich nicht automatisch heißt, dass sich die Studienergebnisse dadurch verfälschen.

In einem weiteren klinischen Versuch an einer kleinen Versuchsgruppe mit 14 Frauen konnten hingegen keine Veränderungen im hormonellen Status beobachtet werden, wenn täglich 3,5 g Maca über einen Zeitraum von 6 Wochen eingenommen wurde. Trotzdem stellte sich eine positive Wirkung ein, denn die Probandinnen fühlten sich weniger unruhig, zeigten weniger depressive Symptome und empfanden eine Verbesserung ihrer sexuellen Unlust.13)https://www.researchgate.net/publication/23250240_Beneficial_effects_of_Lepidium_meyenii_Maca_on_psychological_symptoms_and_measures_of_sexual_dysfunction_in_postmenopausal_women_are_not_related_to_estrogen_or_androgen_content

In einer klein angelegten Studie aus China wurde belegt, dass Maca offensichtlich in der Lage ist, depressive Verstimmungen und die Blutdruckparameter bei Frauen in der postmenopausalen Phase zu verbessern.14)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24931003

Sportliche Leistungsfähigkeit steigern

Forscher wollten in Studien herausfinden, ob Maca nicht nur die Libido und die Zeugungsfähigkeit positiv beeinflussen kann, sondern auch die körperliche Fitness.

Hierfür wurden trainierte Radfahrer unter die Lupe genommen, die über 14 Tage lang Maca einnahmen. Jeweils zu Beginn und zum Abschluss der Studie sollten die Probanden eine Strecke von 40 km mit dem Rad zurücklegen. Dabei ließ sich festhalten, dass diejenigen Männer, die Maca eingenommen hatten, für die gleiche Strecke ungefähr 1 Minute weniger Zeit benötigten, als die Vergleichsgruppe. Zudem berichteten sie über eine Steigerung ihrer Libido.15)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19781622

Allerdings fehlt es eindeutig an Studien und guten Ergebnissen, um die Einnahme der Knolle Sportlern zu empfehlen.

Gedächtnisleistung verbessern

Superfoods werden besonders gerne auf ihre neuroprotektiven Wirkungen und die Fähigkeiten zur Gedächtnisoptimierung untersucht. Hier wurde Maca an Tieren getestet. Dabei kamen Mäuse zum Einsatz, die eine verminderte Gedächtnisleistung aufgrund von Alkoholkonsum hatten. Erstaunlich war, dass diejenigen Ratten, die unter den Gedächtnisbeschwerden litten, leichter aus dem angelegten Labyrinth herausfanden, wenn sie zuvor schwarzes Maca aufgenommen hatten.16)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21780878

Studien an Menschen gibt es hinsichtlich dieser Fragestellung derzeit nicht, aber in einer weiteren Studie an Mäusen konnte belegt werden, dass Maca einen Leistungseinbruch, hervorgerufen durch die Verabreichung von Scopolamin, entgegenwirkte.17)https://www.researchgate.net/publication/6293797_Aqueous_and_hydroalcoholic_extracts_of_Black_Maca_Lepidium_meyenii_improve_scopolamine-induced_memory_impairment_in_mice

Maca bei Prostatavergrößerung

Im Gegensatz zum schwarzen und gelben Maca zeigte sich in Laborversuchen mit Mäusen, dass rotes Maca die Prostatagröße und das Risiko für eine Prostatahyperplasie reduzierte. Das nur die rote Version der Knolle diese Fähigkeit besitzt, führen Forscher auf den höheren Gehalt an Glucosinolaten zurück.18)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4614013/

Glucosinolate werden im Organismus zu Isothyocyanaten und Indol-3-Carabinol umgewandelt und wirken einem krebstypischen Zellwachstum entgegen. Auch in herkömmlichen Lebensmitteln befinden sich die Wirkstoffe, zum Beispiel in Brokkoli und Kohl. Scheinbar sind Glucosinolate in der Lage, entgiftende Enzyme zu stimulieren und damit krebserregende Substanzen zu eliminieren und zu einem normalen Wachstum beizutragen.19)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4197384/20)http://agro.icm.edu.pl/agro/element/bwmeta1.element.agro-3f2915f5-e4b9-46de-bd6f-2cd454c08036/c/7.pdf

Das Prostatawachstum wird durch Androgene stimuliert. Diesen Umstand machten sich Wissenschaftler zunutze und verabreichten Ratten das männliche Hormon Testosteron, die im Zuge dessen eine Vergrößerung ihrer Prostata entwickelten. Dabei konnte beobachtet werden, dass die rote Form von Maca und die entsprechenden Pflanzenextrakte das Prostatawachstum in Schach hielten.21)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC548136/22)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17289361

Maca statt Finasterid?

Im Vergleich zum Medikament Finasterid stellte sich heraus, dass Maca im Hinblick auf ein übermäßiges Prostatawachstum mindestens genauso gut oder besser als die Arznei wirkte. Scheinbar führte die Einnahme der Knolle aber nicht zu einer gleichzeitigen Verkleinerung der Samenblase, wie es bei Finasterid der Fall sein kann.23)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17289361

Bis jetzt können sich die Wissenschaftler die genaue Wirkungsweise von Maca nicht erklären, da die Knolle offensichtlich den Hormonhaushalt nicht verändert. Vielmehr scheint es der Gehalt an Zink zu sein, der in der Prostata reduziert wird, was sich wiederum auf die Prostatagröße auswirkt.24)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21762188

Auch hierbei müssen zunächst Studien am Menschen durchgeführt werden, um eine klare Handlungsempfehlung für Patienten mit einer vergrößerten Prostata geben zu können. Versuche an Tieren geben lediglich einen Hinweis darauf, dass die peruanische Knolle auch bei Prostataleiden eingesetzt werden kann.

Macht Maca resistenter gegenüber Stress?

Der hektische Alltag verlangt vielen Menschen einiges ab. Eine gute Stressresistenz sorgt dafür, dass Körper und Geist nicht unter einem unausgeglichenen Arbeitspensum oder privaten Problemen leiden müssen. Maca übt eine Wirkung auf die Libido aus, was auch in Studien belegt werden konnte. Eine Veränderung des Hormonhaushaltes ging damit nicht einher. Daraus könnte geschlossen werden, dass Maca möglicherweise eine adaptogene Wirkung aufweisen. Adaptogene helfen dem Organismus dabei, sich an stressige Bedingungen anpassen zu können. Auch wenn Studien zu dem Thema bislang fehlen, deuten erste Versuchsergebnisse darauf hin, dass sich die Knolle tatsächlich auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann. So berichteten einige Probanden darüber, dass sie sich weniger unruhig und depressiv fühlten.

Cholesterinspiegel senken

Maca enthält pflanzliche Sterole, denen nachgesagt wird, dass sie die Gesundheit positiv beeinflussen können. Die Knolle enthält beispielsweise Ergosterol, Brassicasterol, Sitostero und Campesterol. Diese natürlichen Pflanzensterole ähneln dem tierischen Cholesterin und sind scheinbar in der Lage, den menschlichen Cholesterinspiegel zu senken. Das geschieht dadurch, dass die Pflanzenwirkstoffe die Resorption von Cholesterin im Dünndarm bremsen. Dadurch könnte es sogar gelingen, dass schlechte Cholesterin (LDL- Cholesterin) zu reduzieren. Besonders Experten weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig ein ausgeglichener Cholesterinspiegel im Kampf gegen kardiovaskuläre Erkrankungen ist. So wird beispielsweise Arteriosklerose mit einer Anhäufung von schlechtem Cholesterin in Verbindung gebracht.

Verdauung verbessern

Die peruanische Knolle enthält Ballaststoffe, die wichtig für die Verdauung sind. Zudem sorgen die bioaktiven Substanzen dafür, dass die Darmentleerung einfacher gelingt. Bei Verstopfung ist es also einen Versuch wert über einen längeren Zeitraum Maca einzunehmen, um die Verdauung in Schwung zu bringen.

Darreichungsformen: Pulver, Kapseln, Tabletten

Maca ist in folgenden Darreichungsformen erhältlich:

  • Pulver
  • Kapseln
  • Tabletten

In Form von Tabletten und Kapseln gelingt Anwendern die Dosierung einfach. Zudem können die entsprechenden Produkte auch unkompliziert mit auf Reisen genommen werden und sind lange haltbar. Pulver hat jedoch den Vorteil, dass es vielseitiger eingesetzt werden kann. Auf diese Weise kann Maca auch Getränke und Speisen verfeinern. Anwender sollten jedoch dabei auf eine exakte Dosierung und eine gute Löslichkeit des Pulvers achten. Übrigens kann die Maca-Knolle auch in ihrer ursprünglichen Form verzehrt werden. In Deutschland wird das Superfood jedoch kaum angebaut. Daher ist es entsprechend schwer an die Knolle zu kommen.

Anwendung

Wie viel Maca täglich eingenommen werden sollte, richtet sich nach dem Anwendungszweck. Auch das Alter und das Gewicht des Anwenders müssen bei der Dosierung beachtet werden. In der Regel reichen 1-3 Gramm täglich aus. Manche Anwender setzen hingegen auf eine tägliche Einnahme von bis zu 5 g. Wie bei den meisten Nahrungsergänzungsmitteln sollte mit einer geringeren Dosis gestartet werden. Die belebende und libidoanregende Wirkung kann sich bereits bei 1,5 bis maximal 3 g zeigen. Wenn Anwender die gewünschten Effekte erreicht haben, muss keine erneute Dosisanpassung angestrebt werden.

Männer mit einer sexuellen Dysfunktion oder Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, können eine Dosisanpassung im Bereich 3-5 g täglich vornehmen, wenn die geringere Menge nicht ausreicht, um die Beschwerden zu bekämpfen. Anwender sollten beachten, dass sich mögliche Wirkungen erst nach einem längeren Einnahmeintervall einstellen. Daher sollten mindestens 6-12 Wochen für die Macaprobe eingeplant werden. Dabei ist es sinnvoll die Menge auf mehrere Einnahmen pro Tag zu verteilen. Bei höheren Mengen empfiehlt es sich, Maca zum Frühstück oder zum Mittagessen einzunehmen.

Wie schmeckt Maca?

Maca besitzt einen sanften scharfen Geschmack, ähnlich wie Kresse. In der Küche können mit dem Superfood zahlreiche Gerichte verfeinert werden, zum Beispiel Quark oder Kartoffelgerichte. Dadurch, dass die Knollenpflanze sehr robust ist, kann sie auch zu Hause angebaut werden. Sie überlebt Temperaturen bis zu -20° und eignet sich besonders für einen einjährigen Anbau. Nach etwa 4 Monaten kann die Knolle geerntet werden. Danach ist es wichtig die Knolle sorgfältig zu lagern, um Schimmelbefall zu verhindern. Zum rohen Verzehr eignet sich die Knolle weniger und sollte besser gekocht werden, so ist sie verträglicher.

Übrigens: Maca-Pulver besitzt im Gegensatz zur frischen Knolle einen faden Geschmack. Gelatinisiertes Maca hingegen besitzt einen süßen Nachgeschmack und ist gut bekömmlich.

Wirkungseintritt

Anwender, die schwarzen Maca roh verzehren, könnten bereits nach wenigen Stunden eine potenzsteigernde Wirkung beobachten. Dafür sind allerdings 30 g der Knolle notwendig und wie bereits erwähnt, eignet sie sich nicht unbedingt für den rohen Verzehr. Personen, die dauerhaft von dem Wirkungsspektrum profitieren möchten, sollten zu speziellen Nahrungsergänzungspräparaten greifen und eine längerfristige Einnahme einplanen. Bei Frauen zeigt sich eine Verbesserung hinsichtlich der Regelschmerzen und der Wechseljahresbeschwerden häufig nach 8 Wochen. Männer mit Potenzproblemen sollten sich ebenfalls mehrere Wochen bis Monate gedulden, bis eine mögliche Wirkung eintritt.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Maca gilt als sicheres Nahrungsergänzungspräparat, denn in keiner klinischen Untersuchung wurden Nebenwirkungen beobachtet, wenn 3-4 g täglich aufgenommen wurden.25)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2928177/

Südamerikaner ergänzen ihre Mahlzeiten übrigens mit bis zu 100 g trockenem Maca. Anwender sind auf der sicheren Seite, wenn sie eine normale Dosierung anstreben und nicht mehr als 5 g Maca täglich einnehmen.

Maca kaufen

Traditionell erfolgt die Herstellung von Macapulver unter Berücksichtigung verschiedener Herstellungsschritte. Dabei werden im ersten Schritt die Knollen geerntet und zu Pulver gemahlen. Danach erfolgt die Trocknung im Freien und in Öfen bei 60°.

In Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die wertvollen bioaktiven Wirkstoffe der Knollenpflanze, die Macamide, erst durch die traditionellen Verarbeitungsschritte unter Beachtung der starken Umwelteinflüsse entstehen. Dadurch werden unter anderem Fettsäuren und Enzyme freigesetzt, die in einer Interaktion die beliebten Macamide entstehen lassen. Anwender sollten beim Kauf auf das Macamid n-Benzylhexadecanamid achten, denn das steht für eine gute Qualität. Studien berücksichtigen Maca-Produkte, mit einem Gehalt von 0,5 und 4,5 mg/g Maca. Ein erster wichtiger Anhaltspunkt ist, dass das Produkt auf die traditionelle Weise produziert wurde. Entsprechende Angaben auf dem Pulver oder den Kapseln geben Hinweise darauf.

Wo sollten Maca-Produkte gekauft werden?

Maca kann in Reformhäusern oder Drogerien gekauft werden. Eine größere Auswahl liefern Onlineshops. Dort können sich Interessierte auch in aller Ruhe über die Produktionsbedingungen und die Gütekriterien informieren. Dabei sollte der Bio-Anbau klar ersichtlich sein. In ausgewählten Gartencentern oder im Internet können Samen zum eigenen Anbau gekauft werden. Auch Setzlinge sind erhältlich, die aber deutlich teurer sind. Frische Maca-Knollen gibt es nur eingeschränkt zu kaufen. Manchmal sind sie bei Gemüsehändlern oder Landwirten erhältlich.

Vorteile von gelatinisertem Maca

Beim Kauf von Maca stoßen viele Anwender auf gelatinisertes Maca. Wie der Name vielleicht vermuten lässt, handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen Zusatz von Gelatine, sondern um eine Beschreibung des Produktionsprozesses. Bei gelatinisertem Maca wurden die Knollen vor dem Trocknungsprozess in einem Dampfkochtopf gekocht.

Diese Art der Herstellung bietet folgende Vorteile:

  • Süßlicher Geschmack
  • Optimale Entfaltung der Knollenwirkstoffe
  • Bessere Haltbarkeit
  • Schimmelsporen und Bakterien werden abgetötet

Quellen   [ + ]

1, 4.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12472620
2.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4411442/
3.https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1755-5949.2008.00052.x
5.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19260845
6.https://www.fertstert.org/article/S0015-0282(07)01020-5/fulltext
7.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20452008
8.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23489070
9.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17683465
10.http://www.asiaandro.com/archive/1008-682X/3/301.htm
11.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614647/
12.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614644/
13.https://www.researchgate.net/publication/23250240_Beneficial_effects_of_Lepidium_meyenii_Maca_on_psychological_symptoms_and_measures_of_sexual_dysfunction_in_postmenopausal_women_are_not_related_to_estrogen_or_androgen_content
14.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24931003
15.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19781622
16.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21780878
17.https://www.researchgate.net/publication/6293797_Aqueous_and_hydroalcoholic_extracts_of_Black_Maca_Lepidium_meyenii_improve_scopolamine-induced_memory_impairment_in_mice
18.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4614013/
19.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4197384/
20.http://agro.icm.edu.pl/agro/element/bwmeta1.element.agro-3f2915f5-e4b9-46de-bd6f-2cd454c08036/c/7.pdf
21.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC548136/
22, 23.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17289361
24.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21762188
25.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2928177/