Tetrodotoxin ist ein sogenanntes Neurotoxin (Nervengift), das auch als tödliches Gift des Kugelfisches bekannt ist. Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist der Fugu. Trotz seiner Gefährlichkeit ist dieser Kugelfisch in Japan eine kulinarische Spezialität. Vielleicht macht aber genau das den Reiz aus.

In Japan muss jeder Fischer, Fischhändler und Koch, der mit dem Kugelfisch zu tun hat, eine spezielle Ausbildung besitzen. Dennoch sterben regelmäßig Menschen durch den Verzehr. Aus diesem Grund darf der Fugu in Deutschland als Nahrungsmittel weder eingeführt noch zubereitet werden.

Tetrodotoxin Kugelfisch

Wo kommt es vor?

Tetrodotoxin (oft als TTX abgekürzt) ist einer der stärksten natürlich vorkommenden Giftstoffe. Eine Menge von lediglich ein bis zwei Milligramm kann bei einem erwachsenen Menschen bereits zum Tod führen. In Japan wird der Fugu häufig als Delikatesse zubereitet. Zumeist wird er roh in sehr dünne Scheiben geschnitten, um eine Überdosis zu vermeiden. Das Gift befindet sich im kompletten Körper der Tiere. Die höchste Konzentration herrscht aber unter der Haut, in der Leber und in den inneren Organen. Allerdings sind der Kugelfisch und seine Verwandten nicht die einzigen Lebewesen, die das tödliche Gift besitzen. Auch viele weitere Meeres-Organismen tragen es in sich. Der australische Blaugeringte Tintenfisch etwa nutzt es, um seine Beute zu lähmen. Zudem kann sein Biss auch für Menschen tödlich sein. Weitere Unterwassertiere, die das Gift in sich tragen, sind:

  • der Papageienfisch
  • der Kaiserfisch
  • diverse Seesterne
  • verschiedene Krabbenarten
  • ein Strudelwurm
  • die Meeres-Grundel
  • einige Meeresschnecken
  • einige Mollusen, wie zum Beispiel Nassarius sp. und
  • einige Algenarten

Doch nicht nur im marinen Lebensraum, gibt es Tiere, die Tetrodotoxin in sich tragen. So haben es auch einige Frösche, wie zum Beispiel der Harlekinfrosch oder der Costaricanische Frosch und auch einige Lurche wie etwa der Kalifornische Molch in sich.

Wirkung

Die Vergiftungserscheinungen treten sehr schnell auf. Bereits nach ungefähr fünf Minuten machen sich in der Regel die ersten Symptome bemerkbar. Hierzu gehören Taubheitsgefühle (zu Beginn nach dem Verzehr zunächst im Mundbereich), ein Kribbeln im Gesicht und an den Gliedern, Probleme beim Gehen, Muskelkrämpfe, Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Koordinationsschwierigkeiten.

Vergigtung Symptome

Sobald sich das Taubheitsgefühl über den ganzen Körper ausbreitet, denken viele Menschen sie schweben. Nun setzen auch Lähmungen ein, die auch den Herzmuskel und den sogenannten Respirationstrakt (die Atemwege) angreifen können. Dadurch kommt es zu Kreislaufstörungen, Tachykardie, Brustschmerzen, Bradykardie, Hautverfärbungen und Brustschmerzen. Durch die Lähmung kann sich die vergiftete Person zumeist auch nicht mehr richtig verständigen. In der Regel stirbt sie dann bei vollem Bewusstsein entweder durch Atemlähmungen oder Versagen des Kreislaufs. Zwischen der Vergiftung und dem Tod vergehen durchschnittlich nur 17 Minuten. Denn bislang gibt es noch kein Gegenmittel, das den Vorgang stoppen könnte.

Gibt es Gegenmaßnahmen?

Nein, es gibt keine Maßnahmen oder Mittel, die das Gift neutralisieren und aufhalten können. Dennoch sollte bei einer Vergiftung unbedingt ein Arzt kontaktiert werden. Häufig wird in einem solchen Fall Aktivkohle (medizinische Kohle) verabreicht. Zudem werden die Patienten auch künstlich beatmet, um eine Atemlähmung zu verhindern. Bemerkt der Arzt bei der Untersuchung eine sehr langsame Herzaktivität, wird er dem Betroffenen sehr wahrscheinlich das Medikament Atropin verabreichen oder einen externen Schrittmacher anlegen. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, können zusätzlich auch noch sogenannte Katecholamine, wie zum Beispiel Dopanin, zum Einsatz kommen.

Einsatz in der Medizin

Tetrodotoxin wird in der Schulmedizin bei sogenannten malignen Erkrankungen eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und Krämpfe zu lösen. Allerdings sollte hierbei unbedingt die vorgeschriebene Dosierung eingehalten werden.

Wie wird Tetrodotoxin vom Körper aufgenommen?

Das Gift kann über die Nahrung eingenommen, als Pulver eingeatmet und über die Haut aufgenommen werden.

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