Elektrolytmangel beim Menschen: Symptome, Folgen und wie man ihn ausgleicht bzw. vorbeugt

elektrolyteAls Elektrolyte werden Stoffe wie Salze, Basen und Säuren bezeichnet, die im Körper innerhalb einer wässrigen Lösung in positiv oder negativ geladene Teilchen zerfallen.

Der menschliche Organismus verfügt über eine präzise abgestimmte Zusammensetzung an Elektrolyten in der Umgebung der Körperzellen. Wenn ein Mangel an Elektrolyten vorliegt, kann eine Zelle ihre Funktion nicht mehr gänzlich ausüben und unter Umständen absterben. Daher ist es wichtig, dass ein Mangel an Elektrolyten schnellstmöglich behoben wird.

Was sind die wichtigsten Elektrolyte?

Zu den wichtigsten Elektrolyten gehören:

  • Natrium
  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Chlorid
  • Eisen

Natrium befindet sich überwiegend außerhalb der Zellen und nimmt gemeinsam mit dem Kalium eine übergeordnete Rolle im Rahmen von Transportprozessen durch die Zellmembran und hinsichtlich der elektrischen Spannung ein. Kalium liegt hingegen in erster Linie im Zellinneren vor und sorgt für die Kontraktionsfähigkeit von Muskelzellen. Darüber hinaus ist Kalium an unterschiedlichen Enzymreaktionen im Organismus beteiligt. Kalzium wird im Körper zu 99 % im Knochen gespeichert sorgt unter anderem für eine reibungslose Übertragung von Signalen.

Das ist für die Muskelkontraktion und für die Freisetzung von gespeicherten Stoffen wichtig. Magnesium ist vor allem im Zellinneren nachweisbar und erfüllt dort zahlreiche Aufgaben. So ist Magnesium unter anderen an der Produktion von Eiweißen, enzymatischen Reaktionen und der Muskelaktivität beteiligt. Zudem übt es ein Einfluss auf den Stoffwechsel der DNA und RNA aus. Magnesium ist vor allem im Knochen gebunden und lässt sich darüber hinaus auch in der Muskulatur nachweisen. Im Serum kann es allerdings nur zu einem Prozent nachgewiesen werden, da es kaum frei vorliegt. Chlorid befindet sich im menschlichen Körper vor allem in Muskelzellen und roten Blutkörperchen.

Es stellt das wichtigste negativgeladene Ion dar, welches sich außerhalb der Körperzelle befindet. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Verbündeter des Elektrolyts Natrium. Besonders bekannt ist das Elektrolyt Eisen, welches im Organismus zwei- oder dreiwertig vorkommt. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffes und sorgt für einen reibungslosen Transport von Sauerstoff.

Elektrolytmangel: absolut oder relativ?

Mediziner unterscheiden beim Elektrolytmangel eine relative oder absolute Form. Am häufigsten kommt ein relativer Mangel im Körper vor. Dieser wird durch eine Veränderung des Flüssigkeitshaushaltes hervorgerufen, wodurch es im weiteren Verlauf zu einer Verdünnung der körpereigenen Elektrolyte kommt. Bei einem absoluten Mangel weist der Organismus jedoch tatsächlich einen Mangel an dem betreffenden Ion auf.

Wie kommt es zu einem Elektrolytmangel?

Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und hängen von dem jeweiligen Elektrolyt ab.

Natriummangel (Hyponatriämie)

Ein absoluter Natriumsmangel kann beispielsweise dadurch entstehen, dass der Patient Entwässerungsmedikamente eingenommen hat oder unter Erbrechen und Durchfall leidet. Auch eine Funktionsstörung der Nebenniere kann einen Natriumsmangel auslösen. Ein relativer Mangel tritt im Rahmen einer Herzinsuffizienz, bei einem chronischen Alkoholmissbrauch oder einer Leberzirrhose auf.

Kaliummangel (Hypokaliämie)

Eine Reduzierung von Kaliumionen kann Folge eines erhöhten Insulin- und Katecholaminspiegels sein. Auch das sogenannte Conn-Syndrom kann zu einer veränderten Kaliumzusammensetzung führen. Ein Verlust von Kalium kann auch durch Erbrechen, Durchfall und spezielle Entwässerungsmittel hervorgerufen werden.

Kalziummangel (Hypokalziämie)

Patienten mit einem Kalziummagel leiden unter Missempfindungen, Krämpfen und Muskelstarre. Besteht der Kalziummangel länger, kann auch das Haar- und Nagelwachstum negativ beeinflusst werden. Ursachen für einen niedrigen Kalziummangel können ein Vitamin D Mangel, hervorgerufen durch zu wenig Sonnenlicht, bestimmte Arzneimittel wie Glucocorticoide oder Entwässerungsmittel, eine Hyperventilation und ein Zerfall von Muskelzellen sein.

Chloridmangel (Hypochloridämie)

Häufiges Erbrechen kann zu einem Chloridmangel führen, da der Magensaft reich an Chlorid ist. Daher kann eine zugrunde liegende Erkrankung wie eine Bulimie oder ein Norovirus zu einem Mangel an Chlorid führen. Darüber hinaus können auch Entwässerungsmedikamente, Hyperventilation, das Cushing-Syndrom und ein Überschuss an Aldosteron zu einer Hypochloridämie führen.

Eisenmangel (Sideropenie)

Besonders populär ist der Eisenmangel, der infolge von chronischen Blutungen, zum Beispiel bei Frauen mit starker Menstruationsblutung, in Phasen mit einem erhöhten Eisenbedarf, wie der Wachstumsphase oder Schwangerschaft und während einer eisenarmen Ernährung auftreten kann. Auch eine verminderte Eisenaufnahme, zum Beispiel bei einer Zöliakie oder chronischen Entzündungen, kann zu einem Eisenmangel führen. Darüber hinaus können auch genetische Ursachen in einem verminderten Eisenwert münden.

Magnesiummangel (Hypomagnesiämie)

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Zinkmangel

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Elektrolytmangel ausgleichen: Was tun?

Liegt ein Elektrolytmangel vor, ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich dabei um einen relativen oder absoluten Mangel handelt. Bei einem relativen Mangel wird zunächst das Gleichgewicht im Wasser- und Elektrolythaushalt wiederhergestellt. Wird die Elektrolytstörung durch eine Verdünnung verursacht, verschreibt der Mediziner entwässernde Arzneimittel. Bei Wassermangel sollte auf eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit geachtet werden. Bei einem absoluten Mangel muss der Elektrolythaushalt wieder aufgefüllt werden. Dafür eignen sich Substitutionspräparate, die über mehrere Wochen eingenommen werden müssen. Handelt es sich um einen ausgeprägten Mangel, kann unter Umständen auch eine Infusion notwendig sein. Darüber hinaus sollten Medikamente, die einen Elektrolytverlust verursachen, abgesetzt werden, sofern sie nicht dringend benötigt werden.

Zudem macht es unter Umständen Sinn ergänzende Präparate aufzunehmen, um einem Mangel vorzubeugen. Aus diesem Grund nehmen vor allem Schwangere Eisenpräparate zu sich, da sie einen erhöhten Bedarf an Eisen haben. Bei Verdacht auf einen Elektrolytmangel kann der Arzt mit einer Blutuntersuchung die entsprechenden Werte bestimmen.