5-HTP für mehr Serotonin: Wirkung auf Schlaf & Stimmung, Hilfe beim Abnehmen? – Test & Studien

5-HTPBei 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) handelt es sich um die Vorstufe von Serotonin, welches auch als Glückshormon bezeichnet wird.

Es spielt eine Rolle im Zusammenhang mit dem Glücksempfinden und der Appetitregulation. 5-HTP hebt den Serotoninspiegel im Gehirn an und wirkt sich appetitzügelnd aus.

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, das 5-HTP insbesondere die Nachfrage nach Süßem und Kohlenhydraten bei den Konsumenten verringerte. Daraus resultierte eine Gewichtsabnahme.

Wirkung

Das wichtigste in Kürze

  • Der Neurotransmitter Serotonin steuert das Glücksempfinden im Organismus. 5-HTP ist ein unmittelbarer Vorläufer von Serotonin.
  • 5-HTP ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Dabei wird die Substanz aus der Pflanze Griffonia Simplicifolia gewonnen. Die Wirkung könnte sich jedoch von der chemisch reinen Variante unterscheiden, da der Pflanzenextrakt noch andere Wirkstoffe enthält.
  • Durch eine orale Gabe gelingt es 5-HTP gut zu absorbieren. Die Substanz durchquert die Bluthirnschranke und beeinflusst die Serotoninsynthese im zentralen Nervensystem.
  • 5-HTP wird unter anderem im Zusammenhang mit Depressionen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Gewichtsabnahme wissenschaftlich untersucht.
  • Die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) sieht die physiologisch relevante Wirksamkeit bei gesunden Menschen durch wissenschaftliche Untersuchungen bisher als nicht ausreichend belegt an.

Einnahme und Dosierung

5-HTP richtig einnehmen

  • Bei 5-HTP wird eine Dosis von 80 mg vor den Mahlzeiten empfohlen. In klinischen Studien konnten bereits niedrige Dosierungen signifikante Ergebnisse hervorbringen. Daher sollten Anwender mit einer geringeren Dosis beginnen und diese nur nach Bedarf steigern.
  • Die höchste Konzentration im Blut wird mit 5-HTP nach 1-2 Stunden, nachdem das Präparat eingenommen wurde, erreicht. Es verfügt über eine kurze Halbwertszeit von 4,3 Stunden. Danach ist bereits die Hälfte des Wirkstoffs im Organismus abgebaut. Deshalb wird zu häufigen aber geringen Einzeldosen geraten.
  • Eine häufige Einnahme von wenigen Milligramm senkt auch die Wahrscheinlichkeit und Ausprägung von Nebenwirkungen (zum Beispiel Übelkeit).
  • Studien, die die Gewichtsabnahme mittels 5-HTP untersucht haben, setzten die Dosierung auf dreimal täglich jeweils 30 Minuten vor der Mahlzeit fest. Je nach Studie betrug die Einzeldosis zwischen 80 mg und 300 mg. Die jeweilige Tagesdosis hingegen bewegte sich zwischen 240-900 mg.
  • 5-HTP sollte bevorzugt vor den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Anwender kombinieren es mit L-Carnitin und Fucoxanthin.
  • 5-HTP sollte nicht gemeinsam mit Antidepressiva, L-Tryptophan und Garcinia Cambogia eingenommen werden.
  • Reines chemischem 5-HTP wirkt effizienter als der pflanzliche Extrakt aus der Griffonia Simplicifolia.

Abnehmen

Studien zur Gewichtsreduzierung mit 5-HTP

Serotonin trägt im Körper entscheidend dazu bei, den Appetit zu regulieren. Während einer Diät wird Serotonin reduziert ausgeschüttet, was zu Heißhunger führt. Betroffene greifen dann häufig zu Zucker und Kohlhydraten, die den Serotoninspiegel wieder anheben. Im Rahmen von qualitativen Studien reichte bereits eine geringe Tagesdosis von 8 mg/Kilogramm Körpergewicht aus, um eine Gewichtsabnahme von einem Kilo in 6 Wochen zu erreichen und das ohne verordnete Diät. Gemeinsam mit einer Diät und einer höheren Dosis an 5-HTP reduzierten Studienteilnehmer ihr Gewicht innerhalb von 6 Wochen um 3,3 kg. In einer wissenschaftlichen Untersuchung nahmen Diabetiker mithilfe der Substanz innerhalb von 2 Wochen 2 kg ab. Die Tagesdosis betrug 750 mg 5-HTP.

Serotonin nimmt tatsächlich eine übergeordnete Rolle bei der Appetitregulierung ein, denn es dockt an dem Serotoninrezeptor 5-HT2C an und löst dort die Ausschüttung von appetitzügelnden Botenstoffen aus.1)https://www.researchgate.net/publication/7958245_Serotonin_5-HT_Drugs_Effects_on_Appetite_Expression_and_Use_for_the_Treatment_of_Obesity

Untersuchungen zeigen, dass Personen, die eine stark kalorienreduzierte Ernährung verfolgen, einen erhöhten Abbau und geringere Blutkonzentrationen der Aminosäure L-Tryptophan aufweisen.2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/246876843)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2372602

Das ist insofern interessant, dass es sich bei Tryptophan um den Vorläufer von 5-HTP und damit auch des Serotonins handelt. Die gesenkte Konzentration an Tryptophan ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass ein erhöhter Appetit und schlechte Laune eintritt.

Im Zuge einer Diät ist besonders typisch, dass ein Heißhunger nach zuckerhaltigen Nahrungsmitteln entsteht. Das liegt daran, dass süße Lebensmittel den Serotoninwert ansteigen lassen und damit zeitgleich die Laune. Aber der Konsum der kalorienreichen Nahrungsmittel verursacht auch Schuldgefühle und Frustration. Nicht selten wird aus Frust erneut Nahrung aufgenommen, was einen Jo-Jo Effekt auslöst.4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/90455455)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17510902

In der Vergangenheit wurden die Medikamente Dexfenfluramin und Sibutramin eingesetzt, um Gewicht zu reduzieren. Diese Wirkstoffe greifen in die Serotoninregulation ein.6)www.readcube.com/articles/10.1038/sj.ijo.08018897)https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/216999

Allerdings wurden sie aufgrund von Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem von den Regulierungsbehörden vom Markt genommen.8)https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199608293350901#t=articleTop9)https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1003114#t=articleTop

Forscher widmeten sich 5-HTP und dem möglichen positiven Effekt auf die Gewichtsreduzierung, weil der Wirkstoff auf die Serotoninproduktion im Gehirn Einfluss nimmt.

Im Jahr 1989 wurde bereits eine Studie (doppelblind und placebokontrolliert) an fettleibigen Frauen durchgeführt. Im Rahmen eines Cross Over Modells erhielt ein Teil der Versuchsgruppe über 5 Wochen hinweg das 5-HTP, während der andere Teil ein Placebo einnahm. Danach wurde getauscht. Die Probandinnen hielten sich an keine Diät und nahmen lediglich 8 mg/kg 5-HTP täglich ein. Dabei wurde ein bestimmtes Einnahmemuster verfolgt. Die Frauen erhielten das Präparat in 3 Einzeldosen eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten.

Laut Studienergebnissen konnten diejenigen Teilnehmerinnen, die den Wirkstoff erhielten, innerhalb von 5 Wochen durchschnittlich 1 kg mehr Körpergewicht abnehmen, als die Frauen der Placebogruppe. Die Forscher waren sich sicher, dass eine Diät den positiven Effekt verstärkt hätte. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass selbst die geringe Dosis einen signifikanten Unterschied gemacht hat.

Ob eine Diät in Verbindung mit 5-HTP tatsächlich bessere Untersuchungsergebnisse hervorrufen kann, untersuchten Forscher in einer weiteren doppelblinden, placebokontrollierten Studie. Über 6 Wochen hinweg erhielten übergewichtige Frauen 900 mg 5-HTP pro Tag. Im Anschluss daran verfolgten die Teilnehmerinnen zusätzlich zu dem Wirkstoff über weitere 6 Wochen eine kalorienreduzierte Diät. Während die Frauen im ersten Teil der Studie 1,7 kg abgenommen haben, reduzierten sie ihr Körpergewicht im zweiten Teil durch die zusätzliche Diät um 3,3 kg. Innerhalb von 12 Wochen konnten die Frauen so durchschnittlich 5 kg abnehmen.10)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1384305

Diabetespatienten haben häufig ein starkes Verlangen nach Essen und insbesondere nach Kohlenhydraten. In einer Studie wurde ihnen über einen Zeitraum von zwei Wochen hinweg 5-HTP verabreicht, wobei die tägliche Dosis 750 mg betrug. Die Teilnehmer nahmen jeweils 250 mg in 3 Einzeldosen, jeweils eine halbe Stunde vor der Mahlzeit ein. Ohne zusätzliche Diät konnten die Probanden ihr Körpergewicht um 2,1 kg nach 2 Wochen reduzieren.11)https://www.nature.com/articles/0800642.pdf?origin=publication_detail

In einer weiteren Studie wurde Probanden eine Kombination aus dem Extrakt der Griffonia Simplicifolia und anderen Pflanzen mithilfe eines Sprays unter die Zunge verabreicht. Auch hier waren gesunde, fettleibige Frauen Gegenstand der doppelblind, placebokontrollierten Studie. Sowohl die Placebogruppe als auch die Gruppe, die die Wirkstoffe erhielt, verfolgten eine leichte Diät. Nach zwei Monaten konnten die Forscher ihre Ergebnisse analysieren und kamen zu dem Schluss, dass die Teilnehmerinnen mittels 5-HTP ihren Body-Maß-Index (BMI) um 0,8kg/m² reduzieren konnten und sich ihr Körperfett wesentlich verringerte.12)https://www.nature.com/articles/ijo2009155

Appetitzügler

Der appetitzügelnde Effekt von 5-HTP in wissenschaftlichen Untersuchungen

5-HTP scheint den Appetit wesentlich zu beeinflussen. In drei verschiedenen placebokontrollierten, doppelblinden Studien konnte es die Nahrungsaufnahme zwischen 21-42 % verringern. Die Probanden nahmen weniger Kohlenhydrate zu sich. Insgesamt konnte der Verzehr von Kohlenhydraten und Zucker um 25-50 % reduziert werden. Dabei ist allerdings noch nicht klar, ob der Wirkstoff sich hemmend auf den Appetit auswirkt oder er das Sättigungsgefühl nach den Mahlzeiten verstärkt.

Eine frühere Studie lässt eher die Vermutung zu, dass sich 5-HTP auf das Sättigungsgefühl auswirkt.13)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2468734

Auch hier konnte eine Gewichtsreduktion verzeichnet werden, da die Kalorienaufnahme um 38 % verringert wurde. Im Schnitt aßen die Probanden 100 g Kohlenhydrate am Tag weniger. Eingesetzt wurde eine Dosis von 8 mg/kg Körpergewicht täglich.

In einer weiteren Studie wurde Teilnehmern eine Dosis von 900 mg 5-HTP täglich verabreicht und damit die Nahrungsaufnahme um 42 % gesenkt. Dabei konnte ein früh und erhöht eintretendes Sättigungsgefühl beobachtet werden. Auch die Selektion der Lebensmittel änderte sich, somit aßen die Probanden 50 % weniger Kohlenhydrate.(8https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1384305))

Mithilfe von 750 mg täglich konnten auch Diabetespatienten ihre Kalorienaufnahme um 21 % reduzieren. Die appetithemmende Wirkung führte auch zu einem verminderten Kohlenhydratkonsum, welcher sich nach Studienergebnissen um 25 % senkte.14)https://www.nature.com/articles/0800642.pdf?origin=publication_detail

Gegen Depressionen

Bereits in den achtziger und neunziger Jahren wurden wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, die einen möglichen positiven Effekt von 5-HTP auf Depressionen zum Gegenstand hatten. Leider wurden diese Studien nur mit einer geringen methodischen Qualität durchgeführt und eignen sich daher nicht als Beweis für die Effektivität der Substanz. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2013 verglich 5-HTP mit dem Antidepressiva Fluoxetin mit interessanten Ergebnissen. 5-HTP schien gleichermaßen wirkungsvoll zu arbeiten, wie das Antidepressiva. Dennoch handelt es sich bei 5-HTP um keine Substanz, die standardmäßig in der Therapie von Depressionen eingesetzt wird. Darüber hinaus darf der Wirkstoff keinesfalls mit Antidepressiva kombiniert werden, da es sonst zu einem Serotoninsyndrom kommen kann. Generell sollte 5-HTP in hohen Dosen oder über einen längeren Zeitraum mit L-Tyrosin kombiniert werden, um der Senkung der Dopaminvorräte entgegenzuwirken. Dieser Prozess könnte sich nämlich negativ auf eine antidepressive Behandlung auswirken.

5-HTP wurde vor allem deshalb so populär in wissenschaftlichen Untersuchungen, da es zuverlässig den Serotoninspiegel anheben kann. Diese Tatsache ist vor allem interessant bei der Behandlung von Depressionen. Über 100 Studien wurden seit den siebziger Jahren durchgeführt, um den möglichen positiven Effekt von 5-HTP bei depressiven Erkrankungen zu belegen. Eine Metaanalyse dieser Studien zeigt jedoch, dass die Qualität der Studien als gering eingestuft werden kann.15)http://cochranelibrary-wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD003198/full

Nur zwei Studien konnten die Autoren überzeugen und wurden deshalb in die Metaanalyse übernommen. Dabei konnte festgehalten werden, dass 5-HTP scheinbar in der Lage ist, die Symptome einer Depression 4-mal effektiver wie das Placebo zu lindern. Leider reicht die geringe Teilnehmerzahl nicht aus, um eine Empfehlung für 5-HTP bei Depressionen geben zu können.

Eine randomisierte, doppelblind placebokontrollierte Studie, die bereits zuvor erwähnt wurde, verglich im Jahr 2013 5-HTP mit dem Antidepressiva Fluoxetin. Ab der zweiten Woche zeigte sich der Wirkstoff gleichermaßen effizient bei Depressionen wie das Antidepressiva. Die Studie erfolgte über 8 Wochen, wobei 5-HTP seine Wirkung aufrechterhalten konnte. Zunächst wurden den Teilnehmern täglich 150 mg 5-HTP verabreicht, zu je 3 Einzeldosen von 50 mg. Ab der 2. Woche wurde die Dosis auf 300 mg täglich erhöht und in der 4. Woche nochmals auf 400 mg. Die Forscher gaben an, dass die Nebenwirkungen von 5-HTP nicht stärker zu beurteilen waren, als mit einer Standarddosis Fluoxetin. Die Anwender klagten lediglich über Übelkeit, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen.16)https://www.asianjournalofpsychiatry.com/article/S1876-2018(12)00117-7/pdf

Angst & Angstzustände

5-HTP gegen Ängste

Interessanterweise scheint 5-HTP in der Lage zu sein, eine effektive Wirkung auf Angstattacken auszuüben und sie sowohl in ihrer Stärke als auch in ihrer Frequenz einzudämmen.

In einer Untersuchung konnte eine Dosis von 200 mg L-5-Hydroxytryptophan die Stärke und Anzahl von Panikattacken bei einem panikauslösenden Test mit Sauerstoffentzug reduzieren.17)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12559480

Dasselbe Ergebnis konnte übrigens auch mit einer doppelblind placebokontrollierten Studie bestätigt werden. Hierbei wurde der panikauslösende Wirkstoff Cholecystokinin zusammen mit 200 mg 5-HTP verabreicht. Dabei zeigte sich die Wirkung bei Frauen effektiver als bei Männern. Sie litten im Rahmen der Untersuchung unter weniger Panikattacken.18)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15260907

Auch bei Schlafangst zeigte sich der Wirkstoff erfolgreich. Kinder, die unter einer Schlafangst leiden, zeigen ausgeprägte Ängste und Sorgen vor dem Schlafengehen. In einer Untersuchung wurde ihnen eine geringe Dosis 5-HTP verabreicht. Sie nahmen 2 mg/kg Körpergewicht täglich unmittelbar vor dem Schlafengehen zu sich. Zu der Teilnehmergruppe gehörten Kinder im Alter zwischen 3 und 10 Jahren. Die Forscher gaben an, dass sich nach einem Einnahmezeitraum von 6 Monaten 83,9 % der Kinder frei von Schlafangst zeigten. In der Placebogruppe waren es lediglich 28,6 %.19)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15146330

Für besseren Schlaf, gegen Schlafstörungen

Da sich der Wirkstoff bereits bei Kindern positiv auf das Einschlafverhalten ausgewirkt hat, liegt die Vermutung nahe, dass 5-HTP sich auch bei Erwachsenen als hilfreich erweisen könnte. Leider existieren aber keine Studien, die sich ausschließlich mit dem Wirkstoff 5-HTP bei Schlafstörungen befassen. Dennoch könnte sich die Substanz als wirksam erweisen, denn immerhin wird 5-HTP im Organismus zu Serotonin umgewandelt. Letzteres wiederum wird dann in das Schlafhormon Melatonin transformiert.20)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/4314985

Serotonin sorgt im Körper dafür, dass die Einschlafzeit verkürzt wird. Im Umkehrschluss kann eine sehr starke oder zeitlich falsch eingeleitete Serotoninstimulation zu erhöhter Wachsamkeit führen und sich hemmend auf den Schlaf auswirken. In einer randomisierten, doppelblind placebokontrollierten Studie wurde eine Nahrungsergänzung eingesetzt. Diese bestand aus 5-HTP in Form von Griffonia Simplicifolia Extrakt, Γ-Aminobuttersäure (GABA), Ginko Biloba, Baldrian und einiger weiterer Bestandteile. Eingenommen am Abend hatte es bei Menschen mit Schlafproblemen folgende positive Effekte:

  • Verkürzte Einschlafzeit
  • Reduziertes Schnarchen
  • Verminderte Müdigkeit nach dem Aufwachen am Morgen
  • Reduzierte Wachzeit innerhalb der nächtlichen Aufwachphasen
  • Verringertes Aufwachen in der Nacht
  • (Leicht) erhöhte Dauer des Schlafes

Auch wenn die Studie viele positive Aspekte hervorgebracht hat, kann nicht zweifelsfrei belegt werden, welchen Inhaltsstoffen die Vorteile zugeschrieben werden können. Insbesondere ist nicht klar, welches Anteil 5-HTP daran hat.

Gegen Kopfschmerzen und Migräne

Schätzungen zufolge leiden 45 Millionen Amerikaner unter chronischen, wiederkehrenden Kopfschmerzen. Wiederum 16-18 Millionen von ihnen leiden unter Migräne. Auch hierzulande leiden viele Menschen unter Kopfschmerzen, die ihre Lebensqualität nachhaltig einschränken kann. Häufig greifen Betroffene dann zu Schmerzmitteln, die jedoch teilweise starke Nebenwirkungen mit sich bringen können. Nicht selten verschlimmern sie darüber hinaus die Problematik.

Kopfschmerzen und Migräne sind schon lange Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass Menschen, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, niedrige Serotoninwerte im Gewebe aufweisen. Aus diesem Grund bezeichnen Forscher Migräne auch als „niedriges Serotonin-Syndrom“.

Innerhalb mehrerer klinischer Studien wurde 5-HTP und sein potentieller Effekt auf Kopfschmerzen untersucht. Sowohl bei Migräne als auch Spannungskopfschmerzen schien 5-HTP zu helfen. Insbesondere zur Vorbeugung von Migräne zeigte sich der Wirkstoff im Vergleich zur herkömmlichen medikamentösen Therapie als effizient. Darüber hinaus zeichnet sich 5-HTP durch deutlich weniger Nebenwirkungen auf, wenn es mit handelsüblichen Medikamenten gegen Migräne verglichen wird.

Forscher vermuten, dass der positive Effekt bei Kopfschmerzpatienten daher resultiert, dass 5-HTP die Serotoninwerte erhöht und somit den biochemischen Defekt korrigiert, der ursächlich für die Schmerzen sein kann.

Diesbezüglich müssen jedoch weitere klinische Studien durchgeführt werden, damit zukünftig eine Empfehlung für Kopfschmerzpatienten ausgesprochen werden kann.

Nebenwirkung, Wechselwirkungen und Risiken

5-HTP gilt als sicherer Wirkstoff. Allerdings darf er keinesfalls mit Antidepressiva (Serotoninwiederaufnahmehemmer, MAO Hemmer) kombiniert werden. 5-HTP war Gegenstand von über 100 wissenschaftlichen Studien und wurde in Tagesdosen zwischen 50-600 mg erforscht. Teilweise wurden sogar bis zu 3250 mg verabreicht. Dabei haben sich bisher keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen der Substanz gezeigt.21)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15068828

Zu den Nebenwirkungen gehören Übelkeit und Verdauungsprobleme, die aber durch eine geringere Dosis über den Tag verteilt minimiert bzw. beseitigt werden können. Darüber hinaus kann es bei hohen Einzeldosen zu Schläfrigkeit kommen und die Reaktionszeiten und die Aufmerksamkeit können sich beeinflusst darstellen.22)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/246873423)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6187038

Wenn 5-HTP mit Medikamenten kombiniert wird, die die Serotoninkonzentration beträchtlich erhöhen, kann es zu einem Serotoninsyndrom kommen. Um die davon ausgelösten Symptome wie Unruhe, Muskelzucken und Schwitzen zu vermeiden, sollte 5-HTP nicht mit Antidepressiva kombiniert werden. Zudem kann sich eine Wechselwirkung mit Vitamin B6 einstellen, wobei sich die Wirkung von 5-HTP drastisch verstärken kann. Patienten, die Medikamente zur Herabsetzung der Blutgerinnung einnehmen, sollten vor der Einnahme Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Ist L-Tryptophan eine Alternative zu 5-HTP?

5-HTP ist dem L-Tryptophan vorzuziehen, denn es verfügt über einige Vorteile. Es wird schneller in Serotonin umgewandelt und wirkt so häufig effektiver als L-Tryptophan. Zudem wird 5-HTP natürlich gewonnen, während L-Tryptophan mit Hilfe von Fermentation hergestellt wird.

5-HTP Produkte kaufen in Deutschland

5-HTP ist in folgenden Darreichungsformen erhältlich:

  • Pulver
  • Tabletten
  • Kapseln
  • Spray

Besonders beliebt sind Kapseln bei den Anwendern. Diese sind bereits fertig dosiert und ermöglichen eine einfache Einnahme. Der Wirkstoff ist aber auch in Form von Tabletten und Pulver erhältlich. Letzteres kann ganz einfach in Getränke und Speisen gemischt werden.

Kombinationen

5-HTP wird häufig mit anderen Inhaltsstoffen kombiniert.

Dazu zählen:

  • Thy­rosin
  • Grüner-Tee
  • Guarana-Extrakt
  • Vitamin B6 & B9
  • L-Taurin
  • L-Tryp­to­phan

Anwender sollten die Inhaltsstoffe vor dem Kauf genau prüfen, um ein Produkt zu erhalten, welches ihren Vorstellungen entspricht. Generell sollten Produkte nur von Händlern des Vertrauens bezogen werden, denn häufig werden Zusatzstoffe wie Mag­ne­si­ums­tearat verarbeitet. Darüber hinaus kann Gelatine enthalten sein, weshalb sich das Produkt nicht für Veganer und Vegetarier eignet.

Für wen eignet sich die Einnahme von 5-HTP?

Forscher vermuten, dass sich 5-HTP besonders wirksam bei Symptomen zeigt, die im Zusammenhang mit einem niedrigen Serotoninspiegel stehen. Dazu zählen:

  • Depressionen
  • Übergewicht
  • Heißhunger nach Kohlenhydraten
  • Schlafstörungen
  • Narkolepsie
  • Migräne und Spannungskopfschmerzen sowie chronische Kopfschmerzen
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Fibromyalgie

Quellen   [ + ]

1. https://www.researchgate.net/publication/7958245_Serotonin_5-HT_Drugs_Effects_on_Appetite_Expression_and_Use_for_the_Treatment_of_Obesity
2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24687684
3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2372602
4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9045545
5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17510902
6. www.readcube.com/articles/10.1038/sj.ijo.0801889
7. https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/216999
8. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199608293350901#t=articleTop
9. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1003114#t=articleTop
10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1384305
11, 14. https://www.nature.com/articles/0800642.pdf?origin=publication_detail
12. https://www.nature.com/articles/ijo2009155
13, 22. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2468734
15. http://cochranelibrary-wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD003198/full
16. https://www.asianjournalofpsychiatry.com/article/S1876-2018(12)00117-7/pdf
17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12559480
18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15260907
19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15146330
20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/4314985
21. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15068828
23. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6187038